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Regie führt Sally Potter und sie geht einen in Vergleich zu ihren vorherigen Filmen konventionelleren Weg, trotz lohnt sich GINGER & ROSA auf jeden Fall. Zwar wirkt er ein wenig unentschieden und lädt sich eine Menge von moralischen, weltanschaulichen und dramaturgischen Themen auf den Buckel. Aber das Leben zweier 17-jähriger Mädchen zwischen kaltem Krieg und privatem Kleinbürgertum verknüpft gut diesen großen Rahmen zwischen Kuba-Krise und typischen Coming-of-Age Szenarios.

Dabei findet GINGER & ROSA immer den richtigen Ton und übertreibt nicht mit den schwierigen gesellschaftlichen Umwälzungen und Themen wie Atomangst. Die Balance zu den mehr selbstgemachten Gefühlsverirrungen passt und die Kamera kommt den Protagonisten sehr nah, aber wahrt dennoch den nötigen Abstand. Die Kamera fängt durchweg schön komponierte Bilder ein und man muss schon fast eine gewisse künstlerische Überladung konstatieren.

Schauspielerisch überzeugt vor allem Elle Fanning als Ginger die bei dem Dreh erst 14 Jahre alt war. Am Ende ist Rosa (Alice Englert) nur die Nebenperson wie Robin bei Batman. Das emotionale Drama ist am Ende nicht wirklich massenkompatibel, will es auch gar nicht sein. Aber jeder der diese Art Dramen mag, in denen verschiedene Ebenen der persönlichen und gesellschaftlichen Moral oder auch Freiheit parallel gut verarbeitet werden sollte einen Blick auf GINGER & ROSA werfen.

6/10 Punkten

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