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"Jedes Pferd kann gebändigt werden!"

Im amerikanischen Westen des 19. Jahrhunderts lebt der stolze Mustang Spirit und wacht über seine Herde. Eines Tages wird er allerdings von Menschen gefangen und in ein Militär-Fort gesteckt. Dort versuchen ihn zahlreiche Soldaten und ein unbeugsamer Colonel zu zähmen. Spirit ist aber ähnlich unbeugsam und lässt nicht zu, dass ein Mensch auf ihm reitet. Gemeinsam mit dem Indianer Little Creek gelingt ihm die Flucht um direkt von Indianern eingepfercht zu werden. Zunächst will Spirit auch von dort ausbrechen. Little Creek's Stute Rain belehrt ihm aber eines Besseren.

"Spirit - Der wilde Mustang" ist ein Musterbeispiel im Bezug auf animierte Tiere, die, so wie in der Realität, nicht sprechen, allerdings dennoch verstanden werden. Der Zeichentrickfilm wird aus der Sicht des Mustang's Spirit erzählt, wobei seine Gedanken zwar ausgesprochen werden, die Kommunikation unter den Artgenossen aber nur durch Wiehern besteht. Dadurch hebt sich der Film von den konkurrierenden Disney-Produktionen ab.

Für eine solche Innovation in Sachen Storytelling benutzt "Spirit - Der wilde Mustang" eine überaus traditionelle, schon beinahe altmodische Geschichte. So gibt es im Verlauf keine originellen Entwicklungen der Figuren. Diese sind geradezu stereotypisch. Dafür punktet die Erzählweise mit einem flotten Tempo und einigen guten Einfällen, die die sehr klassische Western-Geschichte aus einer ganz anderen Perspektive erstrahlen lässt.

Für einen ordentlichen atmosphärischen Rahmen sorgen epische Klänge von Hans Zimmer sowie sanft-poppige Songs von Bryan Adams. Dabei ist auffällig, dass die eingedeutschten Lieder weit weniger Schwung haben als ihre englischen Originale.
"Spirit - Der wilde Mustang" bedient sich einer Mischung aus handgezeichneten Figuren und Hintergründen, sowie computeranimierter Elemente. Dadurch ergibt sich eine sehr flüssige Animation sowie dynamische Kameraführung, weitsichtige Landschaften und bunte Figuren.

Für das jüngere Publikum hält "Spirit - Der wilde Mustang" liebenswert gezeichnete Figuren und massentauglichen Humor bereit, für das erwachsenere ein paar emotionale und anspruchsvolle Momente. Dank der kurzen Laufzeit von knapp 80 Minuten und dem flotten Tempo fallen viele Kritikpunkte des Zeichentrickfilms nicht sonderlich ins Gewicht, wie beispielsweise die eindimensionalen Charaktere. Die Technik und die Vermittlung von Dialogen durch Gestik, Wiehern und Schnauben hebt der Film angenehm von der Konkurrenz ab.

8 / 10

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