Ca. 20 Sekunden dauert es bis man weiß womit man es zu tun hat, weil da auch schon zum ersten mal Omar Sy auftaucht und klar ist, dass es hier eine Art ZIEMLICH BESTE FREUNDE - TEIL 2 ist.
Nun heißt der Film aber EIN MORDSTEAM, was aber auch schon eine der wenigen Unterschiede zu ZIEMLICH BESTE FREUNDE ist. Omar Sy spielt nämlich eine ähnliche - ach Quatsch - genau dieselbe Rolle wie auch schon im letztjährigen out-of-nowhere-Kassenknüller, nur dass er statt eines immer grinsenden, ständig lustigen Pflegers aus einfachen Verhältnissen einen immer grinsenden, ständig lustigen Cop aus einfachen Verhältnissen spielt. Ihm zur Seite steht selbstverständlich das komplette Gegenteil, nämlich der versnobte Cop aus dem schicken Pariser Nobelviertel, der von einem ziemlich gut aufgelegten Laurent Lafitte gespielt wird . Und statt einer Jobofferte, ist es eine ermordete Frau, die das ungleiche Duo zusammenführt.
Soweit, so gleich. Was danach folgt ist dann auch nur ein Abrattern üblicher Motive, Szenen, Dialoge und eigentlich allem aus bekannten Buddy-Cop-Komödien. Hin und wieder kokettiert der Film dann mit ernsten Themen wie der Schere zwischen den reichen Stadtparisern und den armen Vorortparisern, Korruption bei den Politikern, Gewalt und Kriminalität in den berüchtigten Vororten von Paris und natürlich dem abgenudelten Vorurteilen zu Herkunft, Rasse usw. Wobei "kokettieren" schon fast eine schamlose Übertreibung darstellt.
Jetzt könnte man den Film aufgrund dessen verteufeln und es als lauwarmen oder abgestandenen Aufguss des Erfolgsrezepts von ZIEMLICH BESTE FREUNDE abstempeln...
Man muss aber nicht.
Man könnte den Film auch als das nehmen, was er eigentlich sein möchte - eine vergnügliche, absolut harmlose Buddy-Komödie ohne viel Anspruch und (leider) auch ohne jegliche Originalität. Schlicht und ergreifend eine altbekannte (oder wenn man den Film nicht mag: altbackene) Variation eines Buddy-Movies mit 08/15-Krimistory, die aber vermag einem irgendwie bei Laune zu halten, wozu auch die schön knackige Laufzeit von 96 Minuten beiträgt. Die Momente zum Schmunzeln und Lachen sind glücklicherweise auch reich gesät, leidglich bei Szenen zum Totlachen ist zwar noch Potential nach oben vorhanden, aber das eine oder andere mal durfte ich mich dann auch mal etwas lauter und länger bepieseln.
Und dass der Film dann noch so direkt und offen(sichtlich) seine Vorbilder zitiert, wie bspw. BEVERLY HILLS COP, NUR 48 STUNDEN und Belmondos DER PROFI macht ihn für mich irgendwie auch sympathischer.