Review

Im Beecham House, einem Altersheim für ehemalige
Opernsänger- und musiker, bereiten sich die Bewohner auf das alljährliche
Konzert zur finanziellen Unterstützung der Stiftung vor. Als die ehemalige Diva
Jean (Maggie Smith) in das Haus einzieht, wollen ihr Ex-Mann (Tom Courtenay)
und seine Freunde sie zum Mitwirken überreden...


45 Jahre nach der Rolle, die ihn als Schauspieler zum Star
machte, besteht der zweifache Oscar-Gewinner Dustin Hoffman "Die
Reifeprüfung" als Regisseur mit leichter Hand. Dabei ist der Inhalt von
"Quartett" in einer halben Minute erzählt, doch Regie und Drehbuch
gelingt es mit pointierten Dialogen und viel Witz 90 kurzweilige Minuten
Kinounterhaltung zu schaffen. Das liegt natürlich auch an dem hervorragenden
Ensemble versammelter Altstars: Maggie Smith (*1934, "Das
Millionending" 1968, später in 7 "Harry Potter"-Filmen) als
verbitterte alte Diva, Tom Courtenay (*1937, "Dr. Schiwago" 1965) als
ihr enttäuschter Ex, der mittlerweile jungen Rappern die Oper erklärt, vor allem
aber Billy Connolly (*1942, der "Fido" aus dem gleichnamigen Film,
2006) als alter Schwerenöter, vor dessen Komplimenten keine Frau sicher ist und Pauline Collins (*1940, "Das Haus am Eaton Place" TV 1971,
"Paradise Road" 1997), deren Darstellung der lebenslustigen, aber
demenzkranken Cissy so begeisternd, wie ergreifend ist. Dabei zitiert sie Bette
Davis: "Alt werden ist nichts für Sissis (bedeutet so viel wie Memmen).
Und ich heiße doch Cissy!" Viele der Nebenrollen sind mit echten alten
Opernstars besetzt.

Die Botschaft ist einfach: Blickt nicht zurück, sondern nach vorn! Das gilt
auch im Seniorenstift, wo der drohende Tod nur einmal kurz am Fenster des
Frühstückssaals vorbeirollt. Neben vielen klassischen Weisen steht natürlich
das Quartett "Bella Figlia dell’amore" aus Verdis "Rigoletto" im musikalischen Mittelpunkt, was diese klassische Komödie zu einer Fundgrube für Opernfreunde macht. Und zu bester Sonntagnachmittags-Unterhaltung für alleanderen. (8/10)

Details
Ähnliche Filme