kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 19.08.2013
Harmony Korine gelingt die Transformation des Sinnlosen vom Spaßgebundenen ins Melancholisch-Tragische, bleibt der Inhaltsleere, die sein Film verspricht, aber auf bizarre Weise treu. Blank ziehende Partymädels mag man bei einem „Spring Breakers“ betitelten Film erwarten, man bekommt sie aber nur indirekt, und das führt dazu, dass sich alle abwenden, die eine konsequente Fortführung der „Project X“-Spaßkultur erwartet haben. Es ist nicht etwa so, dass Korine Antworten bieten würde auf Fragen, die der Spaßsuchende niemals stellen würde, aber diesem wird jede Freude an der Hemmungslosigkeit genommen, weil die neongrellen Bikinis nicht für das Darunterliegende stehen, sondern für die Vernebelung der Sinne selbst. Sein Film eine einzige Halluzination, ein stetes Abdriften in eine Scheinwelt, die von außen in die Kriminalität gipfelt, geboren aus der typischen Orientierungslosigkeit gelangweilter Kleinstadtgirlies, die von einer offensichtlich postmodernen Welt kultiviert wurden und längst durchschaut haben, dass eine Britney Spears niemals in der Unschuld baden durfte, die sie besang, die aber aufgrund dieser Erkenntnis glauben, das Leben zu kennen und sich dann, als sie in die weite Welt hinausziehen, hoffnungslos verirren. James Franco spielt das Endprodukt dieses Irrwegs in einer Kombination aus Kleingangsterkarikatur und tragischer Figur, ein überzeichnetes, maskiertes Abziehbild der Umwelt, aus der er entstanden ist, und Korine portraitiert nun den Weg der jungen Mädchen zu diesem Ziel, der in Schieflage mit Blick auf die Böser-Wolf-Märchenstruktur bildstark, und nicht ohne klare Parallelen zu Gaspar Noe zu ziehen, geschildert wird.
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