Um es einmal ganz klar und unmißverständlich auszusprechen: Die bereits im Vorfeld schwer gehypte History-Doku namens "Unsere Mütter, Unsere Väter" entpuppt sich rasch als pathologischer Fall von Geschichtsverdrängung, man nennt dies außerhalb medizinischer Einrichtungen auch schlicht Revisionismus. Und genau darum geht es, nämlich um die Umschreibung von Historie, basierend auf bloßen Fakten hin zu auf Staatsraison aufgebrezelten Möchtergern-Helden, die im TV-Format die Themenfelder Faschismus, Eroberungskrieg, Shoa und Kapitulation angemessen ab- und bebildern.
So schwer und belastend das eigentliche Grundmotiv auch wirkt - die unaussprechliche deutsche Schuld- , so viele Leit- und Nebenmotive finden sich innerhalb des Films, um gekonnt abzulenken von den originären Verursachern des globalen Grauens. Da gab es Nazis, die bis zum verhinderten Endsieg die Sache des Bösen befördert haben, andere Figuren erheischen schon frühzeitig die Emphatie des Betrachters, weil sie als irgendwie rebellische Naturen dargestellt werden, die sich moralisch geläutert dem absehbaren Untergang entgegen stellen... und sich in einer schwer suizidalen Situation quasi stellvertretend opfern.
Wie immer man es auch wenden und drehen mag, anhand dieser größtenteils geschichtslosen Folie der Jahre 1941-1945, läßt sich deutsches Opfertum glänzend darbieten. Schuld haben und hatten stets die anderen.
Um es zusammenzufassen: Tolle Bilder, erstklassige Darsteller, mieses Script, unheilvolle Aussage. Auf keinen Fall mehr als 3/10.