Ultra-Low Budget Horrordrama mit Laiendarstellern und einigen sicken Ideen, die trotzdem nur schwer für die zahlreichen Längen, völlig sinnfreien, unglaubwürdigen Handlungen einiger Charaktere und viel zu simplen psychologischen Erklärungsversuchen entschädigen können. Auch mit viel Wohlwollen aufgrund des extrem niedrigen Budgets und der Liebe zum Detail, die stellenweise aufgebracht wird, ist der Film schwere, zum Teil unzumutbare Kost. Der Serienmörder-Bruder ist eine totale Fehlbesetzung und wirkt in seinem gesamten Täterprofil implausibel und hirnrissig. Motive: Fehlanzeige. Der Film bedient eigentlich nur die ewig gestrige Erzählung: Horrorfilm-Fan = Serienmörder, mit der sich heute nichtmal die lauchigsten Teenies noch schmücken möchten.
Stellenweise wirken die inszenierten Erklärungsmuster so plakativ und banal wie eine schlechte Horror-Parodie, auch mit geringem Budget kann man dort einiges mehr an Tiefe und Glaubwürdigkeit erzielen, wenn man denn will. Hier wirkt die erzwungen konstruierte Story doch viel mehr als bloßer Träger für ein paar wirklich kreative Gewaltszenen, die letztendlich aber das einzige sind, für das sich der Filmkauf hier lohnt.
Jetzt gibt es einige, die den Film als Jugenddrama / Coming of Age Film lesen möchten - Come On, ist das euer ernst? Wer diesen Film als ernstzunehmende Sozialstudie liest, lacht auch bei Michael Mittermeier und hält Bülent Ceylan für einen waschechten Metalhead. Authentizität gleich Null.
Die angedeuteten moralischen Untertöne des Films braucht man eigentlich gar nicht zu erwähnen, so lächerlich wirkt es, diesem Amateur-Film auch nur im Ansatz eine solche Ebene geben zu wollen. Im Grunde hätte man die ganze Handlung auch auf 30 Minuten kürzen können und derselbe Inhalt wäre transportiert worden, am Ende dann eventuell sogar knackiger und weit weniger gezwungen.
2/10