6
Wirklich tolle Geschichte. Teenagerdrama ums Erwachsenwerden und ums Abdriften in verstörende Abgründe. Gepaart mit beängstigendem Serienkillerhorror, was im Finale dann auch noch mächtig an der Splatterschraube dreht. Ungewöhnlich und intensiv, daher empfehlenswert. Leider ist das aber auch ein Low Budget-Film mit unterirdischer Kameraarbeit. Obwohl im Breitwandformat gedreht, kommt vieles optisch wie ein Heimvideo rüber. Darstellerleistungen und Synchro sind leider auch nicht kinotauglich. Gut sind Vorspann und der Score, der aber öfter hätte eingesetzt werden dürfen. So bleibt ein handwerklich recht schwacher aber inhaltlich superinteressanter Horrorstreifen der etwas anderen Art.
5
Minderjährige Mörder - auch im Horrorgenre noch immer ein schwieriges Thema. Nun ist FOUND zwar mehr ein schwermütiger Jugendfilm mit makaberem Anstrich als echter Horror, dennoch werden da gewisse Grenzen überschritten. Positiv finde ich in jedem Fall die Darstellung der beiden Brüder, die echte Charaktere sind, sowie deren glaubwürdige schwierige Bindung zueinander und auch die Aussage des Streifens, dass nicht irgendein Filmkonsum (übrigens: coole Poster an den Wänden) sondern Mobbing, eine unfaire Behandlung, Nichtverstandenwerden und Probleme zuhause zur Gewaltbereitschaft führen. Ein Außenseiter zu sein nur aufgrund von Hobbys, damit können sich sicherlich viele von uns identifizieren. Weniger gelungen sind die sehr langsame Erzählweise und der schwache Film im Film ("Headless").