Joseph Gordon-Levitt spielt einen sogenannten Looper, der im Jahr 2040 lebt und im Auftrag einer Verbrecherorganisation Menschen tötet, die aus dem Jahr 2070 in seine Zeit zurückgeschickt werden, damit in der Zukunft niemand auf eine Leiche stößt. Zum Deal gehört auch, dass die Looper ihr zukünftiges Ich erschießen und somit alle Beweise vernichten. Als es schließlich so weit ist und er sein zukünftiges Ich, gespielt von Bruce Willis, nicht tötet und entkommen lässt, hetzen seine Auftraggeber ihm Killer auf den Hals.
Rian Johnson, der bereits “Brick“ und “Bothers Bloom“ als Autor und Regisseur inszenierte, hat sich bei seinem neuen Sci-fi-Action-Thriller offensichtlich viel vorgenommen. Leichen werden in der Vergangenheit entsorgt, die Looper übernehmen die Aufgabe und vernichten schließlich den letzten Beweis, der auf ihre Taten schließen lassen könnte, ihre zukünftiges Ich. Dann sind da aber plötzlich auch noch alternative Zukunftsverläufe, Menschen mit telekinetischen Fähigkeiten und zwei Liebesgeschichten um das aktuelle und das zukünftige Ich des Protagonisten.
Zu viel hat sich Johnson dennoch eigentlich nicht vorgenommen, die Story bleibt überschaubar, sorgt aber immer mal wieder für Überraschungen, da der Film mehrmals eine vollkommen neue Richtung einschlägt und neue Akzente setzt. Allerdings kommt somit auch kein wirklicher Spannungsbogen zustande, weil mitten im Film neue Ansätze verfolgt werden, die zur Folge haben, dass die alten ein wenig aus den Augen verloren werden. Die Story ist in ihren Grundzügen dennoch gut, zum einen, weil sie abwechslungsreich und innovativ ist, zum anderen, weil zum Ende hin immer wieder moralische Fragen aufgeworfen werden, wodurch das Geschehen emotionale Tiefe und Dramatik entwickelt. So müssen die Protagonisten immer wieder Entscheidungen treffen, die die Zukunft nachhaltig beeinflussen, auch ihre eigene. Der eine muss ein Kind ermorden, um den Tod seiner Frau in der Zukunft zu verhindern, der andere weiß nicht so recht, wie ernst er die Warnungen seines zukünftigen Ichs nehmen soll.
Schwächen offenbart der gut konstruierte Film vielmehr auf der narrativen Ebene. Johnson bremst seinen Film hier immer wieder etwas aus, schafft es nicht, die Spannung durchgehend aufrecht zu erhalten und das ist ärgerlich. Ab und an kommt es zu Szenen, die gar nicht so recht ins Geschehen passen wollen, etwa wenn Bruce Willis ins Hauptquartier seiner ehemaligen Auftraggeber einbricht und ohne Mühe ein paar dutzend Gegner über den Haufen schießt. Das steht dem eher nachdenklichen Sci-fi-Thriller nicht wirklich. Außerdem kommt der Twist, der offenbart, was das zukünftige Ich des Loopers eigentlich in der Vergangenheit zu tun gedenkt, zu spät und zu abrupt. Die Handlungsfäden hätte Johnson wesentlich besser zusammenlaufen lassen können.
Unterhaltsam ist der Film dennoch durchgehend und schießt zumindest ein wenig über das Mittelmaß hinaus. Das ist einigen guten Action-Szenen geschuldet, dem relativ hohen Tempo, aber auch den guten Schauspielern. Bruce Willis spielt die Rolle, die ihm ganz gut auf den Leib geschneidert ist, routiniert und gekonnt. Joseph Gordon-Levitt, der zuletzt unter anderem in “Inception“ und “The Dark Knight Rises“ zu sehen war, zeigt hier, dass er darstellerisch durchaus gute Anlagen hat und auch Emily Blunt weiß zu überzeugen.
Fazit:
“Looper“ bietet eine gute Story mit vielen Ideen, die aber narrativ etwas ungeschickt umgesetzt ist, sodass der Film gelegentlich ein wenig Spannung einbüßt. Dennoch ist der Film durchaus sehenswert, weil er unkalkulierbar und innovativ verläuft, einen guten Cast aufzubieten hat und am Ende durchaus eine hohe Dramatik erzeugt.
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