kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 10.03.2013
Rian Johnson ("Brick") macht es auf der nächsthöheren Budgetebene ähnlich, aber im Ergebnis doch ungleich zufriedenstellender als sein Indie-Kollege Duncan Jones ("Moon") mit "Source Code" - er inszeniert einen vermeintlichen Blockbuster-Kandidaten mit einem verschmitzten Touch von Indie-Flair, nicht nur wegen der Zeitparadoxien. Johnson bringt einen frischen Blick für die Anatomie einer Szene mit und überrascht mit unverbrauchten Ideen, was visuelle Arrangements und Setlösungen angeht. Alleine das plötzliche Aufploppen der Zeitreisenden, ganz ohne Windwirbel, Elektrizität oder andere Vorboten des Geschehenden, ist so trocken montiert, dass es zugleich altmodisch wie neuartig anmutet und für den Spannungsaufbau ganz neue Mechanismen in Gang setzt. So bewegt sich "Looper" geschmackssicher jenseits der sicheren Linie konservativer Hollywood-Inszenierung und ist jederzeit bereit für ungewöhnliche Handlungsfortläufe, die Joseph-Gordon Levitt, Bruce Willis und Emily Blunt souverän umzumünzen wissen; gerade bei Willis ist das wieder ein unerwarteter Gewinn, denn ihn hat man zuletzt nur noch seinen eigenen Ruf ausspielen sehen und er war es auch, wegen dem man ein typisches Willis-Starvehikel hatte erwarten können (gerade nach dem verkorksten "Surrogates").
Obwohl die Zeitreisethematik, die der Natur der Sache wegen nie ganz ohne Paradoxien auskommt, verhältnismäßig schlüssig in sich selbst bleibt, hat "Looper" hier und da mit unausgefeilten Kanten zu kämpfen; insbesondere das Element der telekinetisch Begabten ist unzureichend mit der ansonsten sehr konsistenten Zukunftsvision gekoppelt. Davon abgesehen endlich mal wieder ein überzeugender Zeitreisefilm.
(7.5/10)
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