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Max Riemelt spielt den Koch Tim, der in einer Kölner Großküche arbeitet und mit einem Freund und Arbeitskollegen, gespielt von Elyas M`Barek, abends die Clubs der Stadt aufmischt. Gelegentlich bedienen sie sich einer speziellen Masche, um Frauen abzuschleppen. Einer der beiden spricht eine Frau an und erzählt, der jeweils andere leide an Krebs, werde sterben, hätte vorher aber gerne noch einmal Sex. Oft haben sie damit Erfolg, bis Tim schließlich an eine Frau gerät, in die er sich verliebt und deren Schwester zu allem Überfluss tatsächlich todkrank ist.

Die Grundidee zu “Heiter bis wolkig“ ist durchaus gelungen und bietet eine gute Basis für eine Tragi-Komödie, da sie Tragik, Komik und Dramatik im Grunde perfekt verbindet. Phasenweise nutzen Regisseur Marco Petry und die übrigen Macher diese Idee auch aus, mitunter unterlaufen ihnen jedoch Fehler, die den Film nicht so recht übers Mittelmaß hinauskommen lassen.

Dabei startet ihr Werk eigentlich ziemlich gut. Bei einem zügigen Erzähltempo und einer heiteren Grundstimmung werden die Hauptfiguren nach und nach vorgestellt. Das Geschehen ist amüsant gestaltet, die makabre Masche der beiden, mit der sie Frauen aufreißen, sorgt für einige Lacher, zudem spielen Riemelt und M`Barek ihre Figuren gelungen und kommen locker und sympathisch rüber.

Dann nehmen die Ereignisse so allmählich ihren Lauf. Der Ton wird ernster, doch der Film bleibt unterhaltsam, weil die Dramatik da ist, das Tempo hoch bleibt. Etwas ärgerlich ist dabei zwar die mäßige Leistung von Anna Fischer, deren Figur dann eine Beziehung mit Tim beginnt, dafür überzeugt Jessica Schwarz jedoch voll und ganz in der Rolle der todkranken Edda. Sie erweckt durchaus Mitleid für ihre schrullige Figur, sorgt dabei aber gleichzeitig für die meisten Lacher im Mittelteil des Films. Komik und Tragik balanciert sie dabei perfekt aus.

Irgendwann erreicht der Film dann jedoch einen Punkt, ab dem die Geschehnisse komplett vorhersehbar werden, an dem das Tempo gedrosselt wird und die Zeit mit etwas überproportionierten Gefühlen gefüllt wird. Um es kurz zu machen: das Geschehen wird allmählich langweilig, weil es kalkulierbar ist und von der scheinbaren Katastrophe bis hin zum allzu naiven Happy End alles enthält, was die Handlungsbahnen des Genres klassischerweise so hergeben. Außerdem wird der Film zunehmend rührseliger. Das ist schade, weil, wie erwähnt, letztlich mehr drin gewesen wäre. Der nahende Tod der Krebskranken zieht sich immer weiter in die Länge, ohne, dass der Film noch einmal an Tiefe oder die Figuren an Profil gewinnen würden und so flacht das Geschehen leider etwas ab. Wirklich schlecht ist “Heiter bis wolkig“ dennoch zu keinem Zeitpunkt.

Fazit:
Die Grundidee ist gut und dann startet der Film auch noch vielversprechend. Doch dann wird das Tempo leider immer weiter gedrosselt, das Geschehen wird allzu emotional, teilweise sogar rührselig, während kaum noch Gags vorhanden sind, die die Stimmung lockern würden.  Somit handelt es sich bei der deutschen Tragi-Komödie letztlich um ordentliches Mittelmaß.

62%

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