Diese Review wir womöglich Spoiler erhalten
Was passiert wenn man einigen der bemerkenswertesten Horror, Trash und Splatter Regiesseuren der letzten Jahre ein kleines Budget und einen Buchstaben des Alphabets als Vorgabe gibt um einen Kurzfilm zu drehen der sich mit der Thematik tot befasst.
Genau diese Frage wird mit "ABCs of Death" beantwortet.
So werden dem Zuschauer 26 Kurzfilme gezeigt welche zwischen den verschiedenen Facetten des Horrorgenres fröhlich wechseln, einige extrem blutig, einige ziemlich witzig und einige einfach over the top.
Der einzige rote Faden ist das Alphabet bei dem jeder Buchstabe ein Wort darstellt, welches mit dem jeweiligem Kurzfilm zu tun hat.
Das bei solch einer Konstellation kaum Zeit für ausgereiften Spannungsaufbau, Charakterzeichnung oder wendungsreiche spannende Storys bleibt dürfte wohl selbstverständlich sein, dennoch schaffen es die einzelnen Regiesseure den jeweiligen Geschichten ihren Stempel auszdrücken.
Einiges gefiel mir hierbei besser, einiges eher weniger.
Da jede Geschichte eine Erwähnung verdient versuche ich zu jeder einzelnen Geschichte etwas zu sagen, das ich dabei aufgrund der kurzen Laufzeiten etwas spoilern werde bleibt dabei leider nicht aus.
Also fangen wir dann mal mit dem Buchstaben A an, welcher hier für "Apocalypse" steht.
Ein älterer Herr liegt in seinem Bett... aus dem nichts stürmt eine Frau bewaffnet mit einem Messer auf ihn ein.
Für diese Episode war Nacho Vigalondo verantwortlich der vor ein Paar Jahren, mit seinem "Timecrimes" einen wirklich spannenden Thriller geschaffen hat. Leider ist "Apocalypse" ein eher schwacher Einstieg in den Film, es wird zwar ordentlich gesplattert, aber leider wird die Grundidee hinter der Apokalypsenthematik nicht richtig erläutert. Hier währe deutlich mehr drin gewesen.
B=Bigfoot
Erzählt die Geschichte eines kleinen Mädchens welches nicht so früh in die Heia gehen möchte. Damit sie das dann doch tut erzählen ihr die beiden Erwachsenen die scheinbar ihre Eltern sind, das wenn sie nicht ins Bett geht, der mexikanische Bigfoot kommt und ihr das Herz herausreißt.
Der mir bisweilen unbekannte Adrian Garcia Bogliano liefert hier eine Story ab, welche sich eher am guten alten Slashergenre orientiert und damit einen recht soliden Job abliefert, ohne aber länger in Errinerung zu bleiben.
C=Circle
In "Circle" entdeckt ein Mann in seinem Hausgarten ein dunkles Loch...
als er in das besagte Loch geht, entdeckt er etwas ziemlich verstörendes.
Vom Chilenen Ernesto Diaz Espinoza inszeniert, lässt "Circle" schnell das Gefühl aufkommen das hier deutlich mehr drinne gewesen wäre... eine der schlechteren Episoden.
D=Dogfight
Ein Mann muss sich in einem illegalen Kampf gegen einen Hund erwähren...
Marcel Sarmiento, der für den ziemlich kontroversen "Deadgirl" verantwortlich war, zeigt einen mit vielen Zeitlupen gespickten Kurzfilm der durch seine gute Inszenierung und eine gelungene Wendung zu gefallen weiß.
E=Exterminate
Ein Mann entdeckt in seinen vier Wänden eine Spinne und versucht diese zu töten...
Da Angela Bettis eher als Darstellerin bekannt ist, war ich schon etwas verwundert, das die Dame einen Beitrag als Regiesseurin leistet. Dieser ist leider auch nicht allzu gut geworden und eines der schwächeren Stücke des Streifens.
F=Fart
Eine junge Japanerin, verehrt statt Gott ihre Lehrerin, als durch eine Explosion ein Gas austritt, welches die Menschen tötet, rettet sich die Frau mit ihrer Paukerin. Da sie das Gas für eine Furz Gottes hält, möchte sie lieber durch einen ebensolchen ihrer Lehrergöttin sterben...
Und da wären wir also beim Asia Trash. Wer könnte sonst für solch einen abstrusen Nonsens verantwortlich sein als Noboru Iguchi der ja vor nicht allzu langer Zeit mit "Zombie Ass" und "Robo Geisha" Trash und Splatterfans verzückte. Wem die beiden Beispiele gefallen haben, wird auch dieser Quatsch zusagen.
G=Gravity
Ein Surfer geht auf offener See unter..
Mehr ist nicht zur Story zu sagen. Aber Regiesseur Andrew Traucki macht aus seinen Minuten für den Film genau das was er am besten kann. Der Mann der auch schon die beiden sehenswerten Tierhorrorfilme "Black Water" und "The Reef" gedreht hat zeigt aus der Egoperspektive die unbendige Macht des Meeres ohne es zu verschnörkeln. In seiner Simpelheit ein klares Highlight für mich.
H=Hydro Electric Diffusion
Ein Hund, welcher ein Pilot, geht in eine Stripbar. Dort ist er extrem angetan von einer hübschen Tänzerin welche eine Fuchsdame ist.
Leider ist sie auch ein Nazi und er muss sich gegen sie erwehren.
Herrlich was "Norwegian Ninja" Regiesseur Malling dem Zuschauer hier vorsetzt. Menschen in Tierkostümen. Kommt schon ziemlich an die Trashgebaren der Asiaten ran und hat mich spitze unterhalten.
I=Ingrown
Eine junge Frau in einer Badewanne gfangen gehalten und vergiftet.
Sehr düster gehalten, versprüht die von Jorge Michel Grau realisierte Episode eine düstere und grausige Stimmung. Eine der ernsteren Episoden.
J=Jidai-geki
Ein Samurai soll einen anderen enthaupten,, hat aber damit so seine Probleme...
Auch eher trashig gehalten mit parodistischen Zügen gehaltener Beitrag von Yudai Yamaguchi.
K=Klutz
Eine Dame hat ein Problem... denn nachdem sie ihre Notdurft verrichtet hat, will der Kot einfach nicht die Toilette runter.
Anders Morgenthaler steuert mit "Klutz" einen kurzen Cartoon bei, welcher eher witzig als erschreckend sein soll... nett aber eher zu vernachlässigen
L=Libido
In einem perfiden Spiel müssen jeweils zwei Konkureten zu den verschiedensten Dingen masturbieren. Wer schneller "kommt" überlebt und kommt eine Runde weiter, wer verliert stirbt.
Timo Tjahjantos Beitrag ist bei weitem der verstörendste und abartigste Teil des Sammelsuriums. Der "Macabre" Regiesseur überschreitet vorallem Grenzen bei dennen selbst ich denke, das sie nicht überschritten werden sollten...
M=Miscarriage
Eine junge Frau hat Probleme etwas die Toilette herunter zu bekommen.
Leider ist diese Episode der absolute Totalausfall gewesen. Ti Wests Beitrag also bei weitem der schlechteste.
N=Nuptials
Ein Mann kauft einen sprechenden Vogel um mit der Hilfe des Tieres seiner Freundin einen Heiratsantrag zu machen. Leider geht da etwas gewaltig schief.
Pisanthanakuns Beitrag lädt zum schmunzeln ein und weiß definitiv zu gefallen.
O=Orgasm
Eine Frau wird ermordet.
Mehr brauch ich hierzu nicht zu sagen. Visuell prachtvoll inszeniert liefern hier die beiden Regiesseure von "Amer" einen zwar nicht wirklich aussagekräftigen Teil ab, aber schön anzusehen ist er allemal.
P=Pressure
Eine junge Frau muss um einen ihrer Kinder ein Fahrrad zu kaufen, durch die Hölle der Prostitution gehen, bis ihr ein Mann ein Angebot macht was ziemlich makaber ist.
Neben Ingrown einer der düstersten Teile des Streifens, welcher vorallem durch Story überzeugt. Von Simon Rumbley ( The living and dying).
Q=Quack
Weil der Regiesseur und der Produzent nicht wissen was sie mit dem Budget und dem Buchstaben Q anfangen sollen, beschließen die beiden ein echtes Tier zu töten, was nicht ganz nach Plan verläuft.
Adam Wingards Beitrag parodiert sich selbst, das gesamte Projekt und den gesamten Film.
nett..
R=Removed
Ein Mann wird gequält, geheutet und zur Schau gestellt. Als ihm das nicht mehr passt, über er Rache.
Natürlich darf auch der Regiesseur des berühmt berüchtigten "Serbian Films" nicht fehlen.
Sein Beitrag ist dabei leider etwas konfus aber bietet nette Effekte.
S=Speed
Zwei junge Frauen fliehen vor einem Mann durch die Wüste.
Jake West ( Doghouse, Evil Aliens) Beitrag ist eine Huldigung zum Grindhousegenre, welches mit einem Wendungsreichen Ende aufwartet.
T=Toilellet
Ein kleiner Junge hat Angst aufs Klo zu gehen... zu recht wie sich herausstellen soll.
Lee Hardcastle zeigt mit seinem Knette- Kurzfilm herrlich überzogene Splattereinlagen.
U=Uneathed
Ein mutierter Mensch wird von Menscne durch den Wald gejagdt.
Ben Wheatley (Kill List) setzt geschickt das Found Footage System ein und verleiht seiner Story dadurch ungemein Drive.
V=Vagitus
In einer weit entfernten Zukunft ist es Menschen nur erlaubt eine gewisse Anzahl an Kindern zu haben. Wenn sie nicht gehorsam sind, werden sie getötet.
Kaare Andrews hat einen Kurzfilm abgeliefert der sich wirklich gewaschen hat.
Der Sci-Fi Thriller schreit förmlich nach ner richtigen Verfilmung.
W=WTF!
Monster Walrösse, sexy Kriegerinnen und Clown Zombies...
Der Titel sagt schon alles... wäre aber mehr drin gewesen.
X=XXL
Eine beleibtere Frau wird auf der Straße aufgrund ihrer Fettleibigkeit beleidigt. Um den unliebsamen Kilos wegzubekommen geht sie einen drastischen Weg.
Xavier Gens hat mit seinem "Frontiers" einen der wohl meist beachteten Horrorstreifen abgeliefert und dürfte einer der bekanntesten Namen der hier arbeitenden Regiesseure sein.
XXL bietet neben einer Menge Splatter und gore auch eine gehörige Portion Kritik an der Gesellschaft.
Y=Youngbuck
Ein phädophiler Mann wird von einem kleinen jungen getötet.
Wenn man eine der Kurzgeschichten direkt dem Regiesseur zuordnen kann, dann sicherlich diese. Denn Eiseners Stil ist an allen Ecken zu erkennen. Von der Musik bis zur Inszenierung,werden doch recht schnell Errinerungen an "Hobo with a shotgun" wach.
Z=Zetsumetsu
Japanische Nazifrauen mit riesigen Messer Strap-ons, in Bienen gehüllte nackte Damen die mit Gurken aus ihrer Vagina feuern und einiges mehr.
Der Abschlußfilm ist wieder mal ein totaler asia overkill. Unter der Regie von Yoshihiro Nakamura entstanden, sollte man spätestens nach "Tokyo Gore Police" wissen was der werte Herr für Filme macht.
Fazit:
Wer sich "ABCs of the Death" anschauen will, sollte gewarnt sein, den dieses Experiment, dürfte nicht jedem gefallen. Viele der 26 Regiesseure drücken ihren jeweiligen Kurzfilmen ihren eigenen Stempel auf und errinern dadurch an ihre voran gegangenen Werke. Trash, Splatter, Witz und Ekel geben sich hier die Klinke in die Hand. Im Gegensatz zu vielen anderen hat mir dieses Sammelsurium an Kurzgeschichten in den meisten Fällen gefallen und ich vergebe ein Gesamturteil von 7 Punkten.