Im Horrorfilm macht es sich immer noch gut, wenn Kinder mit verändertem Verhalten in ihr eigentlich vertrautes Umfeld zurückkehren und der Familie mindestens einen gehörigen Schauer einjagen. Der mexikanische Streifen von Autor und Regisseur Adrián García Bogliano erinnert in seiner Machart stellenweise an Okkult-Grusel und Schmuddelhorror der Siebziger, die unausgegorene Erzählweise lässt allerdings zu selten Spannung entstehen.
Felix und Sol sind mit ihren Kindern Adolfo und Sara unterwegs. Während sich die Eltern zum Fummeln zurückziehen, verschlägt es die Kids zu einem Hügel, von dem sie jedoch erst am nächsten Morgen zurückkehren. Verändert und apathisch erscheinend, strebt Sol Nachforschungen an, doch ein vermeintlicher Missbrauch und verschwundene Kleidungsstücke bilden lediglich die Spitze des düsteren Geheimnisses...
Das geringe Budget ist dem Werk zwar von vornherein anzusehen, doch das schadet dem Look keinesfalls, welcher mit ausgeblichenen Farben, einigen Nahaufnahmen und längeren Einstellungen eine unheilvolle Atmosphäre schafft.
Die Figuren sind rasch etabliert, allerdings stört die sexuelle Komponente ein wenig, da sie im Endeffekt nur sekundär zur eigentlichen Geschichte beiträgt und demzufolge viel Füllmaterial birgt.
Im ersten Drittel baut sich langsam eine gewisse Spannung auf, da Bogliano den Zuschauer geschickt an der Nase herumführt. Es kommt ein Serienkiller ins Spiel, dem Hügel werden böse mystische Mächte nachgesagt, die ausdruckslosen Gesichter der Kinder geben Rätsel auf und auch der Tankwart scheint den Vorkommnissen mit einer bösen Vorahnung gegenüber zu stehen, während ein Polizist recht clever einige Fakten zusammenzutragen weiß.
Leider bringt das teilweise irrationale Verhalten des Paares auch einige Schwachstellen zum Vorschein, da bei wichtigen Gegebenheiten unverständlicherweise geschwiegen oder gar verheimlicht wird, Felix und Sol phasenweise sogar gegeneinander arbeiten und das Wohl ihrer Kinder nicht an erster Stelle zu stehen scheint.
Demgegenüber sind die wenigen Spukelemente angenehm zurückhaltend eingestreut, auch wenn dem Ganzen gewisse Schauwerte fehlen und die wenigen CGI das Geschehen nicht wirklich bereichern.
Eher überraschend stechen die kurzen jedoch heftigen Gewalteinlagen ins Auge, welche sich aufgrund der ansonsten ruhigen, manchmal gar lethargisch anmutenden Erzählweise umso deutlicher abheben. Ansonsten bringt die schleppende Erzählweise einige Hänger mit sich, zumal besonders die Nacktszenen keine Erkenntnisse zutage fördern und auch in Sachen Ästhetik nicht übermäßig ansprechend in Szene gesetzt sind.
Was die Geschichte bis zur letztendlichen Auflösung leise vorantreibt, ist die Unberechenbarkeit, in welche Richtung die Story aufgelöst werden könnte, was gleichermaßen einen hohen Interpretationsspielraum abverlangt. Innerhalb der letzten Einstellungen spricht er allerdings arg in Rätseln, - da darf man sich final tatsächlich sein eigenes Bild formen.
Somit liefert der Spanier Bogliano zwar einen ungewöhnlichen Streifen mit geringen Mitteln und stimmiger Atmosphäre ab, doch die überaus ruhige Erzählweise und die allenfalls mittelprächtigen Mimen verhindern ein Mitfiebern im erhöhtem Maße. Die relativ clever kombinierten Erzählelemente können für eine ganze Weile Interesse schüren, doch zwischenzeitlich lenken unnötig lange Einstellungen immer wieder vom Fokus ab, während außergewöhnliche Schauwerte ausbleiben und der Mangel an Bewegung primär im letzten Drittel ein wenig bitter aufstößt.
Kein schlechter Streifen, jedoch auch keiner, der von seinem eigentlichen Potential sonderlich viel offenbart, - denn das ist im Endeffekt über weite Teile dem Betrachter überlassen.
5 von 10