Review

Traue niemals einem mexikanischen Hügel

Wer den Beitrag des Regisseurs zu ABCs of Death (B for Bigfoot) gesehen hat, dürfte von Here Comes The Devil nicht allzu viel erwarten, zählte der Kurzfilm dort doch klar zu den schwächeren Episoden. Aber Überraschungen gibt es immer wieder & solch gruselig-gekonnte nehme ich mit Kussfaust an.

Im Film geht es um ein Ehepaar, welches ihren 2 Kindern (Sohn & Tochter) Auslauf auf einen Hügel gewährt & sich währenddessen schön im Auto vergnügt - keine Vorzeigeeltern also. Aber das was kommen soll, würde man selbst Rabeneltern nicht annähernd wünschen - verschwinden die Kinder zuerst spurlos, tauchen dann völlig emotionslos wieder auf & benehmen sich irgendwie teuflisch verstört... Liegt es am Hügel mit mörderischer Geschichte?

Der Film ist rau, man sieht ihm sein geringes Budget an, ebenso wie seinen Willen & das Können aller Beteiligten dies durch Herzblut locker auszugleichen. Und das gelingt auch. Hier trifft Südamerika auf Omen & vor allem ein expliziteres Picnic At Hanging Rock. Die Kinder sind sau gruselig, die Darsteller wirken unverbraucht & sehr engagiert, der ganze Look tänzelt irgendwo zwischen amateurhaft & unglaublich schmutzig-real - und das trotz übersinnlichem Thema & mysteriöser Atmosphäre. Die Stimmung ist wirklich fesselnd, der Film nie langweilig, teilweise sogar schön explizit brutal, mit etwas Sozialkritik, teuflischen Tabubrüchen & mehr als nur einer Prise Erotik, die in Ami-Land so undenkbar wäre. Toll zu sehen, dass Horror auch in Südamerika lebendig & gesund ist - anders als die Protagonisten im Film ;)

Fazit: ein gelungener Geheimtipp aus der dritten Reihe des Horrors. Südamerika auf britischen Grusel-Spuren. Dichte Atmosphäre & packender Grusel - gefällt mir gut!

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