"Ein Horror-Film für Liebhaber von Sex, Satan und Filmemachen ohne Regeln." "Ein kleiner ungeschliffener Rohdiamant." "Einer der interessantesten, erschreckendsten und lebendigsten Horrorfilme der letzten Jahre." Diese Jubelarien einschlägig bekannter Horror-Fanzines hätten mich eigentlich misstrauisch machen müssen ... Denn das hier ist alles, nur kein innovativer Film.
Das Ehepaar Felix und Sol macht mit seinen Kindern einen Ausflug. Die Sprößlinge sehen sich noch alleine eine interessant erscheinende Hügelkuppe an ... und kehren nicht zurück. Die verzweifelten Eltern werden von der alarmierten Polizei mit Mühe in ein Motel verfrachtet, damit sie sich ausruhen und beruhigen können. Und siehe da, am nächsten Tag sind die Kinder wohlbehalten wieder da. Doch irgendetwas scheint nicht mit ihnen zu stimmen ... und im Dorf berichtet man über seltsame blutige Vorkommnisse vor geraumer Zeit, die damit zu tun haben könnten ... und neue Morde geschehen ...
Sex? Eine keusche Lesbenszene mit Weichzeichner zu Beginn, ein paar Fummeleien, blanke Brüste. Wer Sex sehen möchte, sollte sich LOVE von Gaspar Noe ansehen. Oder gleich einen Porno.
Filmemachen ohne Regeln? Eher ohne Sinn und Verstand. Hier stimmt gar nichts. Kein Rhythmus, keine Struktur, keine Stimmung, keinerlei Spannung und natürlich nicht das geringste Verständnis für ästhetisch ansprechende Bildgestaltung. Die Schauspielerleistungen sind durchweg katastrophal. Meine Lieblingsszene: Wie die Eltern, im Motel angekommen, aus einer angespannten Situation, aber doch harmonisch erscheinenden Beziehung zueinander, wie aus dem Nichts einen wort- und gestenreichen Streit vom Zasun brechen, ist so unglaubwürdig und derart lächerlich umgesetzt, dass es wie Slapstick erscheint. Und die Kinder benehmen sich nach ihrer Rückkehr eigentlich nicht anders als vorher: Sie schleppen sich apathisch durch die Handlung. Zwischendurch gibt es zwecks Spannungssteigerung Erdbeben und heftig flackernde Zimmerbeleuchtungen.
Satan? Die Existenz dieses Films beweist, dass es ihn nicht gibt. Denn wenn es ihn gäbe, hätte er den Film und alle Beteiligten mit Sicherheit schon längst in die Hölle, pardon, den Himmel verbannt.
Die Auflösung des Ganzen ist vorhersehbar banal. Und damit alle wissen, dass sie gerade einen Horrorfilm gesehen haben, wird der Abspann mit polterndem Underground-Death-Metal unterlegt, womit dieser Streifen endgültig zu einem "Gesamtkunstwerk" veredelt wird, für das es nur eine Note geben kann.
1/10
PS: Dieser Film ist eine Schande für das hoch gelobte neue mexikanische Kino. Es gibt aber Besseres wie z.B. WE ARE THE FLESH oder THE SIMILARS. HERE COMES THE DEVIL jedoch kann man gleich wieder vergessen. Ein typischer Vertreter des modernen Horrorfilms. Zeitverschwendung.