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Filmgesichter, die aus der heutigen Szene kaum mehr wegzudenken sind, hatten vor Jahrzehnten noch einen schweren Stand. So auch George Clooney, der einen seiner ersten Gehversuche in der ersten Folge der Serie „Street Hawk“ absolvierte, bevor er zwei Jahre später im vorliegenden Slasher mitwirkte, - mit dem wohl kürzesten Auftritt der gesamten Riege.

Ein Filmteam zieht es an die Crippen Highschool, in der es vor Jahren zu einer bis heute ungelösten Mordserie kam. Doch kaum haben die Dreharbeiten begonnen, verschwinden nach und nach Mitarbeiter vom Set. Schauspielerin Callie und Polizist Steven untersuchen die Vorkommnisse…

Es mag diverse Gründe geben, warum Autor und Regisseur Bill Froehlich nach diesem Werk nahezu in der Versenkung verschwunden ist. Einer ist, dass in den 80ern schlicht zu viele Slasher produziert wurden, von denen sich allenfalls eine Handvoll auf längere Sicht behaupten konnte. Ein anderer: Der Handlung mangelt es komplett an Schwung und Spannung.

Schon aufgrund der unterdurchschnittlichen Darstellerleistungen kann sich kaum eine Figur Sympathiewerte angeln, denn wer nicht dem Overacting frönt, performt komplett unbeholfen.
Allerdings punktet das Verweben diverser Ebenen: Einerseits haben wir den Film im Film, also einzelne, soeben abgedrehte Szenen, anderseits vermischen sich diese mit Alpträumen und Momenten außerhalb des Sets, was zuweilen ein wenig Verwirrung stiftet, die Aufmerksamkeit des Betrachters jedoch aufrecht erhält.

Der Killer, dessen Maske mitsamt dunkler Kapuze ein wenig die Erscheinung von „Scream“ vorwegnimmt, agiert überwiegend im Off. Anfangs zieht er ein Opfer in einen Raum, an anderer Stelle äußert sich eine Enthauptung als Silhouette hinter einer Glasfront und ein weiterer, abgetrennter Kopf entpuppt sich als schlicht gestaltetes Lateximitat.
Das Heftigste ist noch eine Metallstange in der Brust.

Immerhin gelingen einige Auflockerungen in Form seichter Situationskomik, begleitet von dummen Sprüchen und auch das Ratespiel um den Killer fällt nicht gänzlich langweilig aus, wobei die Auflösung durchaus eine Überraschung parat hält, die herrlich hanebüchen anmutet.

Genre-Komplettisten und Nostalgiker nehmen die rund 94 Minuten mit, erwarten sollte man allerdings nicht sonderlich viel. Denn es gibt weder nennenswerte Konfrontationen zwischen Gut und Böse, noch fällt das Treiben blutig aus. Die Atmosphäre in der austauschbaren Schule zieht kaum und auch der Score geht komplett unter, - wie George Clooney mit seinem Vier-Minuten-Auftritt.
Knapp
5 von 10

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