So austauschbar der Titel des deutschen Verleihs auch erscheinen mag, - er gleicht sich dem ebenso beliebigen Treiben im Wald nahtlos an. Was schon aufgrund des Retro-Covers ein wenig an eine Hommage an die Genrebeiträge der Achtziger erinnern könnte, entpuppt sich indes als einfallsloser Slasher, bei dem lediglich die handgemachten Effekte halbwegs überzeugen können, während kreative Ansätze komplett ausbleiben.
Im November 2000 muss Witwer Hunter mit ansehen, wie seine über alles geliebte Tochter von betrunkenen Jugendlichen überfahren wird. Seither tötet der verbitterte Mann alle in der Nähe des Waldes, was schon bald einer Gruppe Teens um Jenn widerfahren könnte...
Wenn man schon mit einer knapp kalkulierten Laufzeit von 77 Minuten ins Rennen geht, ist es nicht gerade von Vorteil, rund die Hälfte der Zeit mit einem viel zu langen Vorlauf zu verplempern. In dieser Zeit wird zwar die einst depressive Jenn einigermaßen brauchbar eingeführt und der zwischen den Galaxien schwebende Jared kann zunächst auch ein wenig Abwechslung in die Gruppe bringen, doch ansonsten stößt man auf langweilige Stereotypen mit Klischeeeigenschaften. Innovativ ist allenfalls, dass eine bereits Mutter einer kleinen Tochter ist, was für den weiteren Verlauf jedoch bedeutungslos bleibt.
Nach dem obligatorischen Planschen im See und der Legende am Lagerfeuer geht es endlich zur Sache und da muss man deutlich differenzieren, ob man die deutsche Fassung mit einer herunter gekürzten FSK16 vorliegen hat, welcher über anderthalb Minuten Splatter fehlen, oder ob Szenen wie Hammerschläge, ein Haken durch den Hals, eine Säge im Oberschenkel, ein Nagel im Schädel und Hämmer am Kopf enthalten sind. Die wenigen Effekte sind zwar nicht übermäßig explizit, doch immerhin wird auf Computereffekte verzichtet. Leider finden die meisten Gewalttaten im Halbdunkel statt, wodurch selbst uncut nicht immer alles auf den ersten Blick erkennbar ist.
Ansonsten dürfte es sich bei dem Killer um einen der harmlosesten der Slashergeschichte handeln, da dieser für eine Szene sogar noch viel zu menschlich dargestellt wird, was im totalen Gegensatz zu seinen nicht nachvollziehbaren Taten steht. Solange der Kerl als bedrohlich wirkende Silhouette wie aus dem Nichts auftaucht, kann er einigermaßen Schrecken verbreiten, doch spätestens als dieser unter Tränen von seinem Trauma berichtet, ist diese Wirkung komplett verpufft.
So gibt es neben dem üblichen Wegrennen quer durch den Wald einen Gang in die Höhle des Löwen, zwei einheimische Nerds mischen lediglich am Rande mit und selbst ein Clint Howard in einer Gastrolle als Arzt kann nicht mehr viel ausrichten, wenn der Rest der Riege größtenteils versagt und allenfalls bei Momenten des Leidens punktet. Der Score fällt ebenfalls kaum auf und auch die Kamera liefert nicht mehr als brauchbares Material, was bei Temposzenen allerdings eher unterdurchschnittlich ausfällt.
Genrefreunde können diesen Streifen ergo bedenkenlos auslassen, - zumindest solange er in unseren Breiten nur deutlich zensiert erhältlich ist. Doch auch ungeschnitten macht er keinen allzu kreativen Eindruck, denn inhaltlich wird rein gar nichts geboten, was nicht der 08/15 Slasher von vorgestern bereits professioneller und vor allem spannender in Szene setzte.
3 von 10