Review

Alle Jahre wieder beglückt man uns wieder in Deutschland mit einer Fortsetzung der "Wrong Turn"-Reihe. Teil 2 bis 4 waren (in Deutschland) nur geschnitten erhätlich und auch Teil 5 macht da keine Ausnahme. Knapp zwei Minuten mussten für die deutsche Veröffentlichung weichen und in mindestens drei Szenen wurde großzügig geschnitten.
Wenn man ehrlich und nüchtern ist, kann man sagen, dass wirklich, bis auf den ersten "Wrong Turn" alle Ergüsse totale Rohrkrepierer waren. "Wrong Turn 5 - Bloodlines" sprengt aber alle Bereiche des schlechten Geschmacks und ich hätte beim Ansehen drei Meter von der Couch aus in den Fernseher kotzen können, so unglaublich mies ist das Teil hier.


Inhalt: Bereits zum zehnten Mal findet das Mountain Man Rock-Festival in dem kleinen Städtchen Fairlake statt, zu dem auch die 10 Watt-Glühbirnen Billy (Simon Ginty), Gus (Paul Luebke), Julian (Oliver Hoare), Lita (Roxanne McKee) und Cruz (Amy Lennox) hinwollen. Doch dazu soll es nicht kommen. Auf dem Weg dorthin steht mitten auf der Straße der Hinterwädler Maynard (Doug Bradley, der Pinhead aus "Hellraiser"), den sie aus Versehen touchieren. Als das Quintett nachsehen will, wie es dem armen Kerl geht, greift dieser die Leute mit einem Messer an, was mit einer Tracht Prügel für Maynard beantwortet wird. Kurz darauf ist die Polizei zu Stelle, und verhaftet alle sechs Leute. In einer Zelle sitzend, wissen die Studenten und die Polizei nicht, worauf sie sich eingelassen haben. Denn Manyard ist der Ziehvater von den drei mutierten Rednecks One Eye, Saw Tooth und Three Finger, die bereits mit dem Sattelschlepper auf dem Weg zur Polizeistation sind um ihren Mentor zu befreien...


Ich weiß gar nicht, wo ich überhaupt anfangen soll, da der Film von vorne bis hinten eine einzige Katastrophe ist. Es ist schon eine Kunst, die ganzen miesen Vorgänger noch zu toppen.
Zuallerst fällt dem (deutschen) Zuschauer auf, dass die  Synchronsprecher mal wieder von der Straße verschleppt worden sind, denn alle Stimmen passen nicht zu ihren Charakteren und hören sich an, als wenn die Sprecher auf Valium wären.
Unabhängig davon  ist die Studentengruppe sowieso unglaublich flach und penetrant widerlich gezeichnet, dass ein Mitfiebern schon nach fünf(!) Minuten gänzlich ausgeschlossen ist. Komme, was wolle.

Regisseur Declan O´Brian (der auch für Wrong Turn 3 & 4 verantworltich war) wusste scheinbar nicht mehr, dass er hier eigentlich einen Horrorfilm drehen wollte. Lieber zeigt er in der Nase popelnde Kleinkinder und macht aus einem Rockfestival einen Faschingsumzug, bei dem sich alle brav verkleiden dürfen. Ja nee, ist klar. Zum Slipknot-Konzert gehe ich auch immer im Biene Maya-Kostüm. Dieser unglaublich geniale Einfall dient natürlich dazu, dass sich die drei menschenfressenden Rednecks unauffällig bewegen können, ohne aufzufallen.
Und wo wir gerade bei dem Trio One Eye, Saw Tooth und Three Finger sind, frage ich mich, wo man die Maskenbildner hergeholt hat. Wahrscheinlich mit demselben an allen Seitenscheiben abgedunkelten Sprinter, wie man es schon mit den Assen der Synchronisation getan hat. Nicht nur, dass die Masken der drei Hinterwädler einfach nur kacke aussehen - sie verhalten sich auch dementsprechend so nach der Qualität der Masken und hüpfen permanent durch den Film, wie die Teletubbies auf Pilzen, wobei man ihnen jedoch zugestehen muss, dass sie scheinbar eine überaus große Intelligenz an den Tag legen, was die Vorgehensweise betrifft.
Sie strahlen weder Bedrohung aus, noch wirkt das ganze auch nur ansatzweise spannend, sondern eher unfreiwillig komisch.

Den Vogel schießt Veteran Doug Bradley ab, der in der Gefängniszelle ein Overacting zum Davonlaufen an den Tag legt. Jeder gesprochene Satz lässt Blut aus meinen Ohren sprießen.
Der einzige Charakter, der im Ansatz normal gezeichnet ist, ohne dass mir Blumenkohl am Hintern wächst, ist Sheriff Angela(Camilla Arfwedson), die alleine keine Chance hat, gegen das dermaßen schlechtes Drehbuch anzukämpfen.

Tja, dieser Charakter und eben die Gore-Effekte sind das einzige, was man als PRO verbuchen kann, wobei der deutsche Zuschauer die beste Szene (Stichwort: Fußballfeld) nicht begutachten darf.
Tja, bleiben also noch die Kulissen übrig: Vom Rock-Konzert sieht man eh nichts, alles spielt sich in Polizeigebäude ab und auf den drei Straßen, die man aus billigen Pappmaschee gebaut hat.

Fazit:

Als Komödie hätte "Wrong Turn 5 - Bloodlines" vielleicht noch funktioniert, so dermaßen unfreiwillig komisch ist das bunte Treiben ausgefallen. Aber als Horrorfilm versagt dieser Rohrkrepierer auf ganzer Linie. Ich frage mich ernsthaft, wie sich 20th Century Fox überhaupt noch zu solch einem Werk bekennen kann. Mit Abstand der schlechteste Teil der Reihe - und wer alle vier Vorgänger gesehen hat, weiß, auf welche Schmerzen er sich hier einlassen wird.

2/10

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