Das Wetter der Extreme sorgte im Sommer 2013 dafür, dass mancherorts im Juni zuviel Wasser vorhanden war, im Juli hingegen zu wenig. Abgesehen von den verheerenden Fluten würde man sich allerdings keine Gedanken um Wasser im Allgemeinen machen, denn es ist vorhanden und bezahlbar. Was jedoch, wenn ein großer Trinkwasserkonzern plötzlich alles kontrolliert und gar noch für eine Umweltkatastrophe sorgt? Dieser Frage ist Regisseur Damian Lee mit sehr interessanten Ansätzen, wenn auch nicht immer konsequent nachgegangen.
Der ehemalige CIA-Agent Jack (Andy Garcia) ist nun Radiomoderator und hat ein paar dunkle Kapitel seines vorherigen Lebens abzuhaken versucht. Als es in Ecuador zu einem schlimmen Massaker durch das Militär kommt, vermutet Morgan (Deborah Kara Unger) ihren eigenen Weltkonzern "Clear Bec" als Drahtzieher der Aktion, um ein Geheimnis zu vertuschen. Jack wird beauftragt, den Dingen nachzugehen und sich um den Umweltaktivisten Francisco (Forest Whitaker) zu kümmern, welcher die dunkle Wahrheit ans Licht bringen könnte...
Das Geschehen steigt direkt mit dem Massaker in Ecuador ein und man wähnt sich bereits inmitten einiger Action, als es zu Jack beim Radiosender geht, der Fragen nach Wahrheit und Bestrebungen des Menschen nachgeht, indem er seinen Anrufern einige Stichworte in den Mund legt. Klischeebedingt ist die Beziehung zu Frau und Sohn ein wenig verfahren und es schimmert früh durch, dass Jack ein Trauma noch nicht gänzlich verarbeitet hat.
Nach dem recht reißerischen Auftakt wird es für eine Weile ziemlich ruhig und die Geschichte benötigt etwas, um nach einiger umständlicher Figureneinführungen wieder etwas Fahrt aufzunehmen.
Auch wenn handwerklich keine Auffälligkeiten zu vermelden sind und der stimmungsvolle Score primär in Südamerika eine gute Atmosphäre schafft, so sorgen diverse erzählerische Sprünge für eine ungünstige Dramaturgie. Mal geht es zu den Verantwortlichen in den Konzern, dann wieder in den Regenwald, zwischendurch direkt ans Mikrofon im Sender, während Jacks Familie erst mit Details des Privatlebens eingeführt wird, bis zum Schluss jedoch komplett aus dem Geschehen verschwindet. Ähnlich unausgegoren bewegen sich die Anteile zwischen Drama und Action, da es zwischenzeitlich zu ruhig und dialoglastig zugeht, während ein wenig Bewegung erst wieder zum Showdown ins Spiel kommt.
Das Mitwirken einiger bekannter Gesichter ist natürlich grundlegend von Vorteil, doch es wird viel Potential verschenkt, da Leuten wie Whitaker, Kevin Durand, Kim Coates oder auch Eva Longoria zu wenig Raum zur Entfaltung eingeräumt wird. Andy Garcia ist stark in den ruhigen Momenten, doch für einen Actionhelden ist er definitiv zu alt, was besonders im Kontext körperlicher Auseinandersetzung ein wenig ins Unglaubwürdige abdriftet.
Im Gesamtbild hat der Streifen durchaus seine Momente und er stimmt zum Teil auch ein wenig nachdenklich, was Umweltzerstörung, Korruption und Ausbeutung mit sich bringen, doch in Sachen Suspense wird auf Sparflamme gekocht, was gleichermaßen für die Action gilt. Die übermächtige Moralkeule mit einer gehörigen Portion Kitsch versetzt dem Ganzen ebenfalls einen leichten Dämpfer und am Ende bleibt lediglich ein ambitionierter Politthriller, der zwar halbwegs unterhält, dem es insgesamt jedoch an ausgewogenen Zutaten mangelt.
Knapp
6 von 10