Regisseur Joseph Ruben gehört nach seinem letzten Film "Die Vergessenen" von 2004 fast schon zu selbigen, denn neun Jahre lang war es komplett still um ihn. Sein Handwerk hat der Mann jedoch noch nicht verlernt, auch wenn sein Thriller nicht über solides TV-Niveau hinaus kommt.
Seit einem Einsatz in Afghanistan ist die Fotojournalistin Sara (Michelle Monaghan) blind und lebt mit ihrem Freund Ryan in einem luxuriösen Apartment über den Dächern von New York. An Sylvester ändert sich ihr Leben allerdings schlagartig, als sie Ryan nach einem Einkauf ermordet in der Wohnung vorfindet. Chad (Barry Sloane) und Hollander (Michael Keaton) haben sich Zutritt verschafft und wollen nun von Sara wissen, wo ihr unterschlagenes Hab und Gut ist...
Die Erzählung steigt mit der traumatischen Erfahrung in Afghanistan ein, als Sara in die Nähe einer Selbstmordattentäterin gerät. Drei Jahre später hat sie sich noch immer nicht mit ihrer Blindheit abgefunden, als sie ohne Blindenstock die Wohnung verlässt, was in einer Millionenstadt wie New York fast schon einem Himmelfahrtskommando gleich kommt.
Kurz darauf wird die Tatsache ihrer Blindheit jedoch effektiv für ein wenig Suspense genutzt, denn als Sara zurückkehrt und in der Wohnung nach Ryan ruft, befindet sich der Killer auch dort und beobachtet die junge Frau seelenruhig beim Duschen, während sie ihren toten Freund folgerichtig erst später durch Zufall entdeckt.
Im Folgenden wird aus der Geschichte ein Kammerspiel mit drei Personen, wobei es regelmäßig zu kleineren Wendungen kommt, da niemand dem anderen vertrauen kann und an allen Ecken und Enden Misstrauen geschürt wird, wechselnde Machtverhältnisse inklusive.
Ruben erzählt dabei angenehm schnörkellos, fast schon ein wenig altmodisch, da er trotz des Home Invasion Themas auf exzessive Gewalt und übermäßiges Blutvergießen verzichtet und darüber hinaus mehr auf die Darsteller setzt, - überwiegend mit Erfolg.
Michael Keaton macht sich wunderbar als Schurke mit starker Präsenz, dem die Ruhe vor dem Sturm förmlich ins Gesicht geschrieben steht. Ihm gegenüber gibt Barry Sloane den eher unberechenbaren Gangster, dem tatsächlich mal die Sicherungen durchbrennen können, wobei das Verhältnis zwischen den Kriminellen nie so recht deutlich wird. Michelle Monaghan nimmt man die Blinde zwar weitgehend ab, doch zuweilen ist ihr Blick zu angestrengt ins Leere gerichtet und auch körperlich wirken einige Abläufe zu sicher und konsequent. Insgesamt geben die drei jedoch ein glaubwürdiges Trio ab.
Joseph Ruben holt somit vergleichsweise viel aus dem minimalen Sujet heraus, indem er auf visuelle Spielereien verzichtet und sich stets auf das Wesentliche konzentriert. Mal davon abgesehen, dass Ottawa als New York herhalten muss und der Hintergrund auf der Terrasse nicht immer ganz echt wirkt, können vor allem die solide Kamera und die schlichte Ausstattung des titelgebenden Penthauses punkten, während inhaltlich nicht allzu viele Überraschungen zu erwarten sind.
Unterm Strich bleibt ein latent unterhaltsamer, zuweilen recht spannender, wenn auch nicht sonderlich mitreißender Thriller, den man sich für lau durchaus geben kann, - eine Offenbahrung sollte man natürlich nicht erwarten...
6 von 10