Schwarz. Schwul. Stilikone.
"Paris Is Burning" ist mehr als eine Momentaufnahme, ein Zeitdokument, eine Schwulenikone, eine der wichtigsten Dokus der auslaufenden 80s. "Paris Is Burning" brummt und vibriert in seinen gerade 76 Minuten vor Leben, vor Glitzer, vor Mut, vor Ehrlichkeit. Eine faszinierende und glänzende Chronik der New Yorker Dragszene, die das Zeitgefühl, die Mode und die Vibes der Stadt und Epoche massiv geprägt haben... Burning Down the House, Baby!
Mutige Kämpfer & Wegweiser
Eine wunderbare Collage ist "Paris Is Burning". Voller Männer in Frauenkleidung, voller Schwuler in einer Gemeinschaft, voller Moves und Mode, die eine ganze Generation prägen sollte. In einer Stadt, die niemals schläft, immer wertet, aber auch wärmt und tanzt und feiert und modelt. "Paris Is Burning" ist schockierend ehrlich und gerade in der damals aufkommenden AIDS-Zeit im Rückblick nochmal lebensbejahender als eh schon. Ein krasser Blick in eine pralle Hosentasche des New Yorks von damals. Einer Szene, die bis heute besteht und beschützt. Unfassbare Charaktere. Berührende Schicksale. Knallige Farben. Rasierte Bärte. Abgeklemmte Pipimänner. Mutige Männer. Faszinierende Typen. Eine Nische, die wirklich brennt. Lichterloh. Leidenschaftlich. Liebevoll. Ein Augenöffner damals für viele. Und auch heute noch mit dieser Kraft. Hinter all den oft lachenden, posenden und stark wirkenden Gesichtern und Augen spürt man durchgängig sehr viel Schmerz, Melancholie, Kampf und Sorgen. Wie könnte man das auch nicht. Ein Kunstwerk. Bedeutsam. Berührend. Ein Sieg der Freiheit. Popkulturell unbezahlbar.
Bälle, Bälle, Bälle
Fazit: was für ein stylisches Doku-Zeitdokument zwischen Mode, Sexualität, Achtziger, NYC und Männern (in Frauenkleidern). Und vor allem ist das wichtig, wichtig, wichtig. Akut. Auch heute noch. The Real Deal. Vogue, Baby!