Es beginnt bei einer wilden Collegeparty fast ohne Tabus und mit viel Kotzerei. Der ganze Stil wirkt schon recht inhaltsleer und beliebig und nur auf den vordergründigen Thrill angelegt. So wie der ganze Film wie wir später sehen werden. Wir lernen Alex (Richard Harmon) kennen, ein Horrorfreak der recht aktiv im Netz ist. So kommt er auch auf den Film GRAVE ENCOUNTERS und will mit Hilfe von Freunden auf die Spur der aus seiner Sicht authentischen Geschichte kommen….
Genau ab diesem Punkt wähnt man sich in Teil 1 der Geschichte, aber die zweite Auflage kann nicht im Geringsten mit diesem mithalten, und auch der Versuch den ersten Teil zum real stattgefundenen Leben zu erwecken scheitert. Das Ganze nun aus einer Metaebene zu erzählen ist zwar ein fairer Ansatz, aber dieser zieht auch nicht wirklich. Recht kreativ als quasi "Meta-Meta-Ebene" ist jedoch der Moment als einer der Geister dann sogar anfängt die Kids zu filmen.
Es gibt schon ein paar gelungene Schockmomente expliziter Art, die mehr an Splatterfreunde gerichtet sind und es gibt weniger der mehr subtileren atmosphärischen Gruseleien die im ersten Teil so gut gewirkt hatten. In etwa zwei Dritteln des Films gibt es nur die jugendlichen Dialoge und das ganze Vorgeplänkel zu hören, welches nicht wirklich unterhaltsam ist. Im letzten Teil wird endlos viel Gas gegeben und die Teens müssen von einer Metzelei zu nächsten flüchten ohne sich je in Sicherheit zu wägen.
Hier kommt als kleine Entschädigung dann schon ein wenig Freude bei Genrefan auf weil die Fetzen schon richtig fliegen. Mit Feuer und losen Körperteilen wird nicht gegeizt, aber unseren verbliebenen Helden nimmt man die Angst und das Entsetzen gar nicht so richtig ab. Es wirkt alles viel zu abgeklärt was eben an den begrenzten schauspielerischen Möglichkeiten liegt. Gut fand ich das öffnen einer Art anderen Dimension a la HELLRAISER und die damit verbundene Surrealität der entsprechenden Szenen.
Es war klar und gehört zu den Mechanismen der Branche, dass auf den Überraschungs-Indieerfolg eine Fortsetzung folgen musste. War der erste Teil noch ein mehr oder weniger gelungener BLAIR WITCH PROJECT Klon mit ironischen und auch gezielt wirkenden Schockmomenten, so ist GRAVE ENCOUNTERS 2 ein in weiten Strecken bemühter Abklatsch des ersten Teils, nur mit mehr Blut und dafür weniger unterschwelligem Grauen.
Für mich ist dies keine Steigerung, aber erfahrene Found-Footage Freaks mit Trash-Herz und viel Geduld könnten als Fans des ersten Teils dem Ganzen durchaus noch einen durchschnittlichen Unterhaltungswert abgewinnen.
4/10 Punkten