Da haben wir also den berühmt berüchtigten Skandalfilm aufgrund dessen Zuschauer empört oder aus Übelkeit den Kinosaal verlassen haben/mussten. Dass dieser Film hart ist und wahrlich nicht leicht anzuschauen ist dürfte wohl nicht zur Diskussion stehen. Aber ob man gleich aus dem Kino rennen muss? Naja gut das ist eine andere Frage.
Irreversibel erzählt die Geschichte eines Ehepaars Marcus und Alexandra, deren Glück aufgrund einer Vergewaltigung von Alexandra zerstört wird und zeigt die darauf folgende Rache von Markus. Das ist so ungefähr die Handlung grob zusammen gefasst. Dies sieht auf den ersten Blick nach einem billigen 0815 Rape and Revenge Streifen aus. Ist es aber nicht. Denn das besondere an dem film ist die Erzählstruktur, welche rückwärts abläuft. Und man somit nicht zu Beginn des Films Die Vergewaltigung sieht und dadurch mit der Protagonistin mit leidet und auf eine möglichst brutale und blutige Vergeltung hofft, wie es in diversen anderen Filmen, die sich mit dem Thema Vergewaltigung beschäftigen der Fall ist. Man sieht Marcus zu beginn, der blutige Rache verübt, kann sein Handeln allerdings nicht nachvollziehen, da man weder seine Person kennt noch seine Beweggründe die eine derartig abscheuliche Tat rechtfertigen würden kennt. Die Grundthese des Films ist „die Zeit zerstört alles“. Ob diese These nun im Film perfekt verdeutlicht oder dargestellt wird, darauf will ich jetzt gar nicht groß eingehen, da man darüber endlos diskutieren könnte. Der Film ist aber nicht aufgrund der Erzählstruktur und oder sagen wir mal so nicht nur wegen der Gewaltausbrüche schwer anzuschauen. Sondern vor allem wegen der Kameraführung. Der gesamte Film besteht aus wilden Kamerafahrten, Gewirbel und sonstigem Experimenten. Dass dieses Stilmittel den Film realistischer macht steht wohl außer Zweifel. Dies zeigte sich mir nochmals deutlich als ich ein Forum über Kampfsport durchstöberte. Dort setzte jemand die Feuerlöscherszene rein unter dem Titel „Don’t fight in Russian Clubs“ und jeder der diese Szene sah war erschrocken und glaubte man hätte dort einen Mord gefilmt. Dies ging solange bis endlich mal jemand den Irrtum aufklärte und den Clip aufgrund seiner Brutalität entfernte. Realismus hin oder her. Diese art der Kameraführung trotzdem nicht Jedermanns Sache.
Im Großen und Ganzen ein Film den man gesehen haben sollte, allein schon um mitreden zu können. Allerdings ist er nicht leicht zu verdauen und die oben erwähnten Kamerafahrten auch sehr gewöhnungsbedürftig (6/10)