Intensivster, filmischer Hochgenuss.
Es gibt ja gespaltene Meinungen zu dem Film, also entweder man liebt ihn oder man hasst ihn. Ich gehöre definitiv zu denen, die diesen Film lieben, ihn sogar vergöttern. Was hier geschaffen wurde ist wahrhaftig meisterlich. Allein schon die handwerkliche Feinarbeit, die hier, nicht zuletzt auf der SFX-Ebene geleistet wurde, lässt den Film über alle Maßen perfekt wirken. Man schaue sich nur mal die Erläuterungen zu eben diesen Spezialeffekten an. Wahnsinn! Auch die Cinematographie ist sehr gut. So wird zwischen diversen Kameras sowie zahlreicher Kameraeinstellungen, mal hektisch mal statisch, gewechselt. Das Bild ist mal grob gekörnt, mal weich gezeichnet aber immer so, dass es zum Augenblick passt.
Über die Darsteller kann man nur ins Schwärmen geraten. Was Cassel und Belucci aber auch Dupontel hier leisten, habe ich in der Form noch nicht gesehen. Alles wirkt sehr authentisch und frei von irgendwelchen Skriptzwängen, ja fast improvisiert. Es war eine Freude mit anzusehen, wie Dupontel in der Rolle des Pierre in der U-Bahn über das Sexleben seiner Ex-Freundin Alex (Belucci) "philosophiert". Großartig und zum Schreien komisch.
Die wohl berüchtigtste Szene des Streifens, ist die neunminütige Vergewaltigung von Alex. Ein Schlag in die Fresse. Hier wird schonungslos draufgehalten. Alles aus einer einzigen, statischen Perspektive am Boden vor dem Gesicht des Peinigers und das seines Opfers. Eine wirkliche Herausforderung auch für "geübte" Seher. Mich persönlich würde eine Stellungnahme Beluccis interessieren, in der sie sich zu dieser Szene und ihren Empfindungen äußert. Leider bleibt uns die DVD jegliche Interviews schuldig.
Toller Film, nur schade, dass ich ihn nach langem zögern erst jetzt entdeckt habe!
Zusatz:
Irreversibel NUR im O-Ton schauen, da sonst wirklich viele kleine, verspielte Details durch die Synchro verloren gehen. 10/10