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Gaspar Noé setzt in IRREVERSIBLE, dem „Skandalfilm“ von Cannes, noch stärker auf unkonventionelle formale Gestaltung und Erzählweise. Nach dem Motto „Die Zeit zerstört alles“ erzählt er seine Geschichte einer Vergewaltigung und ihrer Vergeltung in MEMENTO-Manier rückwärts in zwölf jeweils ohne Schnitte gedrehten Segmenten. Die Darstellung der Gewalttaten ist spätestens seit BAISE-MOI und NATURAL BORN KILLERS keineswegs spektakulär oder neu; ihr nüchterner Realismus freilich berührt gerade, weil er nicht einfach den Exzess möglichst explizit, sondern wirklichkeitsnah zu schildern sucht. Was in langen, den Protagonisten folgenden Kameraeinstellungen noch verstärkt wird, gerät in spannungsreichen Kontrast zu den über Köpfe und Darsteller hinweg kreisenden, aus dem Bild in ein neues Segment führenden Kamerafahrten.

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