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Irreversibel gehört zu den ganz wenigen Filmen, bei denen ich schon nach ein Paar Minuten das Bedürfnis verspürte, vorzeitig auszuschalten... Normalerweise mag ich kontroverse Filme, aber das hier war einfach unterirdisch. Dieser Film ist aufdringlich und gewollt provozierend. Schon die Darstellung der sehr expliziten Vergewaltigung zu Beginn des Films führte bei mir zu Empörung. Nicht wegen der Vergewaltigung an sich, sondern wegen dieser plump in Szene gesetzten Darstellung. Das wirkt nicht gekonnt, sondern eben gewollt schockierend. Die Idee, die Story quasi "rückwärts" zu erzählen, ist im Grund genommen innovativ, wird hier allerdings dilettantisch umgesetzt. Da konnte selbst der großartige Philippe Nahon (Menschenfeind, High Tension) nicht viel reißen... 1/10
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Aufgrund einer langen Vergewaltigung und eines happigen Mordes gleich zu Beginn war bei diesem Kunstfilm im Kreise der intellektuellen Autorenfilmer ein Skandal quasi schon vorprogrammiert. Die Handlung ist trotz umgekehrter Anordnung der einzelnen Szenen/Kapitel leicht zu verfolgen, nur die Schwindel erregenden Kameraführungen sorgen für Kopfschmerzen. Durch die chronologisch falsche Reihenfolge der Geschehnisse wird jegliches Klimax zerstört, weil jetzt "nach" dem ausführlich geschilderten Sexualverbrechen nur noch Dialoge "folgen". Durch diese Erzählweise soll die Frage in den Raum gestellt werden, ob alle Ereignisse im Universum vorherbestimmt und unabwendbar sind. Ist allerdings eine merkwürdige Vorangehensweise, um so ein uraltes philosophisches Thema aufzugreifen. Provozierende Kunst oder grausamer Schund - das muss jeder für sich selbst entscheiden. 5 von 10
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Krankes Kino aus Frankreich. Der Film läuft rückwärts!!! Etwas Neues, etwas was man erst nach ein paar Minuten erkennt, aber dennoch funktioniert der Film tadellos. Sehr authentisch, sehr spannend inszeniert. Auch die Hauptdarsteller seien gelobt. Die Kamera tut ihr Übriges. Es geht auch ziemlich brutal zur Sache, gerade am Anfang bekommt man es sehr brutal gezeigt. Weiss man am Anfang noch gar nichts über alle Charaktere, kommt man dem Plot immer mehr auf die Schliche, und es entwickelt sich ein kaltes und brutales Drama, dass nur noch auf Rache besinnt. Auch die Tunnelszene ist mehr als grausam und real dargestellt. Mal etwas anderes, nicht für jederman, aber dennoch absolut sehenswert! 8/10 Punkte
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Also, ich weiss wirklich nicht so recht, was ich von dem Film halten soll.......... zum einen finde ich die hier dargestellte emotionale Rohheit und seeehr realistisch dargestellten Gewaltsequenzen als Fan von Horrorfilmen wirlich zum Zungeschnaltzen, da mann so was nicht allzuoft zu sehen bekommt - andererseits sind einige (wenn ihr den Film gesehen habt, wisst ihr, was ich meine) Stellen fast schon zu real, also bei mir wirkten sie auf jeden Fall noch länger nach und jeder der sich "IRREVERSIBEL" anschaut sollte wissen, worauf er sich einlässt. Als Fazit kann ich nur sagen, dass dieser Film wirklich sehr schwer anzuschauen ist , was aber größtenteils an der Kameraführung liegt (deswegen auch nur / und nicht 9 Punkte)!
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Die Substanz der Filmes bildet sich aus kalter, brutaler – ja, wirklich brutaler und nicht ästhetisch aufgewerteter – Gewalt und coolen, harten Sprüchen und Beschimpfungen. Die Kameraführung ist sehr unruhig und mitunter ein wenig Schwindel erregend. Sie wirkt möchtegernkünstlerisch und soll wohl das Fehlen von innerer Handlungs- resp. Darstellungsästhetik ausgleichen (was ihr misslingt). Der Unterhaltungswert ist gering, eine Sinn stiftende Aussage ist nicht erkennbar (außer, dass die Welt schlecht ist). Nicht empfehlenswert.
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Es ist wieder mal typisch, dass für so einen Film keine Beachtung im Kino geschenkt wird. Zwar überschreitet "Irreversibel" an manchen Stellen die Ekelgrenze, aber man ist dennoch froh einen Film zu betrachten, der nicht nach Schema- F arbeitet. Die vielen drehenden Kamerabewegungen und der drohende Sound im Hintergrund verleihen "Irreversibel" durchhaus Atmosphäre. Auch die Wutausbrüche und vielen Improvisationen der Darsteller erzeugen Spannung. Einzig allein, was mich stört ist, dass der Regisseur endlos provozieren will und bis zur Hälfte des Films keine wirkliche Dramaturgie einbauet, die die ganzen abscheulichen Geschehnisse sinnvoller erscheinen lassen könnte. Der Transenpimmel wäre echt nicht nötig gewesen. Jedoch beweist Hauptdarstellerin Monica Bellucci, dass sie auch in künstlerisch ambitionierten Experimentalfilmen eine gute Leistung macht. Den Film sollte man bloß nicht aufm LSD- Trip ansehen.
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Gaspar Noé setzt in IRREVERSIBLE, dem „Skandalfilm“ von Cannes, noch stärker auf unkonventionelle formale Gestaltung und Erzählweise. Nach dem Motto „Die Zeit zerstört alles“ erzählt er seine Geschichte einer Vergewaltigung und ihrer Vergeltung in MEMENTO-Manier rückwärts in zwölf jeweils ohne Schnitte gedrehten Segmenten. Die Darstellung der Gewalttaten ist spätestens seit BAISE-MOI und NATURAL BORN KILLERS keineswegs spektakulär oder neu; ihr nüchterner Realismus freilich berührt gerade, weil er nicht einfach den Exzess möglichst explizit, sondern wirklichkeitsnah zu schildern sucht. Was in langen, den Protagonisten folgenden Kameraeinstellungen noch verstärkt wird, gerät in spannungsreichen Kontrast zu den über Köpfe und Darsteller hinweg kreisenden, aus dem Bild in ein neues Segment führenden Kamerafahrten.