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Erfunden haben es die Schweizer in diesem Fall nicht, denn Parodien auf „Scream“ und Konsorten gibt es nicht erst seit der „Scary Movie“ – Reihe. So wird es der eigentlich renommierte Regisseur Michael Steiner mit seiner Horrorkomödie schwer haben, ein breites Publikum anzusprechen, zumal sein Streifen komplett in Schwiizerdütsch gehalten ist und somit für Deutsche und Österreicher maximal die Hälfte der Dialoge verständlich sind.

Die Wahlen zur Miss Schweiz stehen unter keinem guten Stern, als die erste Kandidatin noch im Fernsehstudio ermordet wird. Doch die Macher lassen sich davon nicht abschrecken und treten mit den verbleibenden Missen um Jasmin eine Reise zu einer Insel im Tanga-Atoll an.
Dumm nur, dass auch hier der Killer lauert…

Eigentlich ist sogar nur ein Drittel des Gelabers zu verstehen, denn die einzige, die zwischenzeitlich einige Sätze Hochdeutsch einbindet ist Anouschka Renzi, welche es offenbar schlichtweg nicht durchhält, als gebürtige Berlinerin eine Mundart zu sprechen, bei der man sich auf Dauer zwangsläufig die Zunge verknotet oder aufgrund der harten „ch“ – Laute Plomben verliert. Doch auch wenn man kaum etwas vom Gesabbel übersetzen kann, - die Handlung ist auch ohne Dialoge kinderleicht zu verfolgen.

Die exotische Kulisse ist bei alledem ein Pluspunkt und schafft ein wenig Urlaubatmosphäre und auch die leicht bekleideten Damen, von denen zwar keine als frisch gekürte Miss durchginge, fügen sich gut in die angenehme Location. Nur leider dauert es eine Weile, bis der Killer zuschlägt, - bis dahin gibt es jede Menge unnötiger Dialoge (weil nicht verständlich), flache Situationskomik und den niveaulosen Tiefpunkt, als einer beim Sex dazu aufgefordert wird, wie ein Hahn zu krähen.

Der Killer orientiert sich bei seinen Auftritten indes an berühmten Vorbildern, was sich bereits ankündigt, als dieser seinen Koffer packt. So taucht er mal als Michael mit Motorsäge auf, dann erscheint er als Freddy Krüger mit Krallenhand, dazwischen darf Jason mit der Axt zuschlagen und auch Pinhead und die Maske aus „Scream“ kommen zum Einsatz. Wofür die Latexbedeckung mit dem Antlitz von Mr. Bean gut gewesen sein soll, erschließt sich hingegen nicht.

Leider fallen die Ableben nicht allzu blutig und kreativ aus, denn neben einer Axt in der Stirn, gibt es lediglich Messerstiche, eine Vergiftung und eine Enthauptung. Die Konfrontationen mit dem Bösewicht fallen nicht wirklich mitreißend aus und auch der Humor kommt nur selten zum Tragen, etwa, als ein potenzielles Opfer besorgt reagiert, weil der Fön nicht geht, der gerade in die gefüllte Wanne geworfen werden sollte.
Überhaupt ist es mit dem Humor so eine Sache, denn trotz der halbwegs passablen Gagdichte, zündet die Situationskomik nur selten, Anspielungen auf populäre Vorbilder funktionieren zwar so halbwegs, doch einige Referenzen kommen schlicht ohne Kontext daher und wirken deshalb zuweilen etwas plump eingesetzt.

Was dem Treiben noch zugute kommt, ist das hohe Maß an Abwechslung, vor allem im letzten Drittel. Es ist viel Bewegung im Spiel, man betritt eine Höhle mit Kammer, dann gibt es einen Break mit deutlicher Imitation der bekannten Anruferszene aus „Scream“, ein Finale in einer verlassenen Lagerhalle und das obligatorische Mitmischen einer dritten, bisher im Hintergrund agierenden Figur. Der finale Akt liefert zwar keine überraschende Wendung, doch es wird für einigermaßen Suspense gesorgt.

Vielleicht hätte dem Ganzen eine Synchronisation geholfen, zumal sämtliche Mimen arg bemüht performen, um den jeweiligen Dialekt durchzuziehen. So wirken viele Momente etwas verkrampft, obgleich rein inszenatorisch nicht viel anzukreiden ist, der Score ein paar nette Klänge von „Calimba De Luna“ bis zum Abschlussthema von „Cannibal Holocaust“ einbindet und der Killer mit seinen vielfältigen Verkleidungen für Abwechslung sorgt. Im Gesamtbild nicht so unterirdisch wie die letzten Versuche aus der Reihe „Scary Movie“, jedoch nicht durchgehend witzig und einfallsreich genug, um als Empfehlung durchzugehen.
Als seichte Horrorkomödie für Zwischendurch allerdings okay.
5,5 von 10

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