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Reg (Damon Herriman) und Lindsay (Angus Sampson) betreiben im südaustralischen Hinterland ihren Düngemittelladen „Morgan’s Organic Blood & Bone Fertilizer“, der plötzlichen Erfolg genießt als sie ihrer Mischung ein calciumhaltiges, also fruchtbares Unfallopfer beimischen. Drei Touris auf dem Weg zu einem Festival ahnen nicht, dass sie als Nachschub dienen sollen…


Während hier in Europa Menschenfleisch unetikettiert der Allgemeinheit als Nahrungsmittel dient („Delicatessen“ F 1991, „Dänische Delikatessen – Darfs ein bisschen mehr sein?“ DEN 2003), feiert es in Australien Erfolge als Düngemittelzusatz. Aus dieser Grundidee basteln die australischen Regiebrüder Colin und Cameron Cairnes einen Film, der sich auf den schmalen Grad zwischen Horror und Komödie begibt. Nach dem Verstauen einer gefundenen Leiche und einem der flotten Folksongs, die immer wieder die Handlung begleiten, beginnt „100 Bloody Acres“ auf den bekannten Pfaden durchs Hinterland, auf die sich diesmal 3 junge Leute auf dem Weg zu einem Musikfest begeben. Bis hier können die Dialoge wenig begeistern („Wir sind doch nur aus Fleisch und Blut. Und einer Steckverbindung.“), das ändert sich schlagartig mit dem Auftauchen von Reg und Lindsay, wobei ersterer den Spruch „Wir sind keine Psychopathen, wir sind bloß Kleinunternehmer“ bald Lügen straft, während sein Cousin mit steigender Zuneigung zum entführten Mädel langsam ein Helfersyndrom kriegt. Dabei entwickelt sich eine standesgemäße Horrorhandlung mit kleinen Spattereinlagen (uncut FSK18), wobei das Verhalten der Figuren allerdings der Komödie geschuldet, also nicht gerade logisch ist. Dafür verbluten sie auch nicht an einer abgefetzten Hand…
Gut in Szene gesetzt und gespielt ist der auf dem FFF 2013 hierzulande uraufgeführte Genremix keine Horrorkomödie im herkömmlichen Sinne, aber auch kein ernstzunehmender Gruselfilm. Für eine Runde fröhlicher Filmfreunde nach dem zweiten Bier scheint er mir aber durchaus geeignet. (6/10)

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