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Die mittlerweile zum kleinen Kult avancierte Komödie "Tucker & Dale vs. Evil" benötigt mal so langsam einen Nachfolger und da liegen die Gebrüder Cairnes mit ihrem Erstling gar nicht schlecht im Rennen. Zumindest offenbart die schwarze Komödie ein paar Eigenheiten, die sie von ähnlich gelagerten Werken positiv unterscheidet.

Auf dem Weg zu einem Festival verschlägt es Sophie, James und Wes ins australische Hinterland, wo sie nach einer Autopanne auf Reg Morgan treffen, der sie freundlicherweise mit seinem Lieferwagen mitnimmt. Was sie nicht ahnen: Reg und sein Bruder Lindsay benötigen dringend Nachschub für ihren organischen Flüssigdünger, der im Kern aus zerschredderten Leichen besteht...

In den letzten Jahrzehnten gab es derart viele ernst gemeinte Horrorfilme mit Hinterwäldlern, dass es mal wieder Zeit für eine Komödie wurde, die mit einigen Genreklischees spielt und andere bewusst auf die Spitze treibt. Die erste halbe Stunde hält sich demgegenüber strikt an Genrekonventionen und führt die drei jungen Reisenden eher lahm als witzig ein und auch Reg entpuppt sich zunächst als halbwegs bodenständiger Killer mit einigen ungeschickten Verhaltensweisen, während sein bärtiger Bruder eher der wortkarge Sadist zu sein scheint.

Innerhalb dieser Konstellation entwickelt sich jedoch einige Situationskomik, das Timing der Dialoge trifft oftmals ins Schwarze, während ein paar Figurenentwicklungen durchaus interessant zu verfolgen sind. Natürlich kommen auch Gorehounds im Verlauf ein wenig auf ihre Kosten, auch wenn angesichts der begrenzten Anzahl der Figuren nur eine Hand abgetrennt wird, einige blutige Einschüsse zu verzeichnen sind und ein Körper im großen Fleischwolf landet, was insgesamt weitgehend ohne CGI auskommt.

Teils steuern auch die Hillbilly-Songs zur absurden Atmosphäre bei, obgleich einige von denen aufgrund plumper Darbietungen bereits die Schmerzgrenze überschreiten und manche Texte doch ein wenig zu schlicht gestrickt sind, um noch ein müdes Schmunzeln zu entlocken.
Was die humorige Stimmung grundlegend immer wieder dämpft, sind die dazu im Kontrast stehenden prekären Situationen, welche eben nicht durch eventuelle Überspitzungen die Härte mindern. So werden etwaige Fluchtsituationen oder Gegenwehrmaßnahmen durchaus ernst vorgetragen und es dauert manchmal eine ganze Weile, bis die Gesamtsituation wieder ein wenig aufgelockert wird.

Darstellerisch ist rein gar nichts anzukreiden, denn die Besetzung ist bis auf kleine Nebenfiguren topp, vor allem sind die Brüder recht treffend besetzt und auch muss die zielsichere Synchro gelobt werden, welche es schafft, zwischen Originalliedtexten und Übersetzung ein gesundes Mittelmaß zu finden. Ferner wird ein handwerklich solider, wenn auch weitgehend unauffälliger Standard geliefert, wobei man sich skurrile Bilder wie die eines Drogenrausches im Märchengelände häufiger gewünscht hätte.

Wer im Redneck-Milieu also mal wieder ein paar auflockernde Schübe benötigt, liegt bei "100 Bloody Acres" nicht allzu verkehrt, auch wenn die humorige Note zuweilen zu sehr von ernsten Momenten gedämpft wird. Nach einer eher schleppenden Aufwärmphase geht es recht flott und ohne wirkliche Durchhänger zur Sache, Splatterfans erhalten ebenfalls ein paar kleine Happen und obgleich es nicht der große Wurf geworden ist, lässt der Erstling auf weitere Projekte ähnlicher Art hoffen.
6,5 von 10

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