Ein Ärztepaar hat im "Tal des Teufels", wie es die einheimischen Indianer nennen, eine alte, leer stehende Villa gekauft, deren Vorbesitzer mit dreißig Jahren nicht nur sehr früh, sondern auch bereits weißhaarig verstarb. Schon vor ihrer Ankunft im Vargas-Haus kommt der Verwalter beim Versuch aufzuräumen ums Leben, alle Zeichen stehen ganz deutlich auf mysteriös, unheimlich und besonders auf verfluchtes Geisterhaus. Besonders Caroline (Joanna Pettet aus "Double Exposure") ist empfänglich für allerlei übernatürliche Erscheinungen, ihr Mann C.J. (Richard Crenna aus "Death Ship") übernimmt die Rolle des rationalen Pragmatikers und der Schäferhund bekommt zum ersten Mal aggressive Anwandlungen... Kurz vor Stuart Rosenberg mit seinem "Amityville Horror" drehte Gus Trikonis, ein Regisseur ohne nennenswerte Highlights in seiner Filmografie, einen alles andere als klassischen Haunted-House-Streifen, obwohl sich das Drehbuch zunächst an den üblichen Zutaten dieser Spielart des Horrors orientiert. Leuchtende Geister, ein ominöses Tagebuch, Teile des Hauses, die sich von selbst bewegen, sogar eine Leiche und natürlich ein mit einem Kreuz versiegeltes Versteck im Keller lassen noch nicht erahnen, wie wenig subtil es zu Werke gehen wird. Wer solch ein Siegel entfernt muss sich jedenfalls über das folgende Beben des ganzen Hauses (oder bei ketzerischer Betrachtung das Wackeln der Kamera ) nicht wundern, anders ausgedrückt heißt das, das "Evil - Die Macht Des Bösen" weniger zu den schaurigen Vertretern seiner Art gehört, als zu den rabiaten, die eine Hand voll Menschen binnen kürzester Zeit in einem angestaubten Haus gefangen hält und diesen zielstrebig nach dem Leben trachtet. Gerne wird mit Stromschlägen oder Verbrennungen gekillt, Atmosphäre hingegen, welche die Darsteller mit ihren mäßig schockierten Reaktionen auch nur mäßig verbreiten, wird zumindest durch eine regnerisch-stürmische Nacht ein wenig kaschiert. Statt psychisch langsam und bedrückend einem oftmals bei solchen Geschichten geschilderten Wahnsinn zu verfallen, sägt sich Ray (Andrew Prine aus "Terror Circus") lieber gleich in geistiger Umnachtung mit der Kreissäge in die Hand, so rustikal und effekt- bzw. gewaltorientiert das dämonische Treiben ist, genau so offensichtlich ist das Geheimnis des Hauses Vargas. Ganz übel ist das dennoch nicht anzuschauen, denn die Mächte des Bösen kommen schnell in die Gänge und es vergeht kaum eine Minute, in der die Figuren zur Ruhe kommen würden oder der Zuschauer sich langweilt. Von Besessenheit bis Poltereffekten, von finsterem Gekicher im Raum bis hin zu einer teuflischen Figur in einem strahlend weißen Raum zieht Trikonis einige Register für diejenigen, die keine tief schürfende oder gar doppelbödige Unterhaltung erwarten, doch aufgrund des konstant angehobenen Tempos actionreiche Kurzweil genießen. Hier wird die Liebe zu Horrorszenen aneinander gereiht und zwar so ausgiebig, dass das große Finale nur noch kurz abgehandelt wird, schließlich ist der ganze Film für diese Kategorie der Schreckenshäuser, im Gegensatz zu deren oft genug einschläfernd wirkenden Begegnungen mit dem Jenseits, ein einziges Finale. Das fühlt sich beim Betrachten schon fast wie ein Hausslasher an, wenn es so was gäbe. So brutal oder auch blutig, dass die Indizierung nachvollziehbar wäre, ist das allerdings auch wieder nicht, amüsant dagegen schon.
Fazit: Schock an Schock und der Plot hält irgendwie doch. Ohne Story kaum ein Klassiker, doch ein actionreiches Spukhausabgemurkse. 5/10 Punkten