Review

Hints of Darkness

Der Titel dieser etwas vergessenen Haunted House-Perle könnte kaum nichtsagender und generischer sein. Wenn man „The Evil“ heißt, ist man entweder das Nonplusultra im Horrorgenre oder kompletter Müll. Denkste. „The Evil“ ist keins von beidem, neigt sein gemeines Köpfchen für mich aber ganz klar in den grünen Bereich. They don‘t make 'em like this anymore, ist das Motto. Es geht um ein Haus, in dessen Keller das pure Böse eingesperrt zu sein scheint. Blöd nur, dass das dem neuen Besitzer noch keiner gesagt hat (oder er die Warnungen als sturer Wissenschaftler gekonnt ignoriert), sodass dieser das eiserne Kreuz fix abbricht und den Weg für den Teufel und sein Lachen frei macht... Umso besser, dass der Erwerber und seine Frau gerade eine Truppe Freunde eingeladen haben um beim Umbau und Umräumen zu helfen. Mehr Opfer, mehr Angst, mehr Ausweglosigkeit.

„The Evil“ hat mich kalt erwischt. Im besten Sinne. Alle Erwartungen übertroffen, mich vollkommen gefangen genommen ab Minute eins. Die Soundkulisse ist schaurig, das alte Setting passt, die Besetzung spielt besser als man meint und vor allem die praktischen Effekte hinterlassen Jubel. Von einem sich drehenden Kopf einer Statue zu Beginn, der jeden Vergleich mit aktuellen Computereffekten gewinnt, bis hin zu einem Typen, der sich mit einer Kreissäge in die Hand schneidet - mit kleinen Mitteln und 'ner Menge Leidenschaft und Know How wird hier viel erreicht. Eindeutig Oldschool und 70er, aber teilweise mit der Härte und dem Tempo nachfolgender Jahrzehnte. Das macht Laune und jagt einem so manch eine Gänsehaut über den Rücken. Es erinnert an eine gediegene Mischung aus Carpenter „Prince of Darkness“ und „Das Geisterschloss“. Kein Klassiker, aber ein Tipp. Denn den kennen nicht allzu viele.

Fazit: starkes Gruselhaus, solide Darsteller, tolle, handgemachte Effekte. Bis auf ein absurdes Finale im Keller mit Fat Satan höchstpersönlich passt hier eigentlich alles. Eine fantastische Überraschung! 

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