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Dass die Splatter- und (S)Exploitation-Welle Mitte und Ende der 70er Jahre hauptsächlich in Italien und den USA wütete, dürfte Kennern von Genre-Filmen wie „Blutgericht in Texas", „Cannibal Holocaust" oder „Zombie - Dawn of the Dead" hinlänglich bekannt sein. Umso erstaunlicher, dass bereits 1974 in Good Old Britain mit „Frightmare" ein Film entstand, der sich doch wohltuend vom angestaubten Image des subtilen Horrors vom „Hammer"-Studio abhob.

Darin geht es um das Kannibaen-Pärchen Edmund (Rupert Davies) und Dorothy (Sheila Keith), welche nach 15 Jahren Psychatrie als geheilt wieder entlassen werden. Doch Dorothy, mittlerweile Kartenlegerin, bekommt einen Rückfall und giert wieder nach Menschenfleisch, was zahlreiche Todesfälle zur Folge hat...

Abgesehen von ein paar wenigen, recht deftigen Gore-Effekten kann man jedoch „Frightmare" weitgehend dem gediegenen Suspense-Kino zuordnen. Die hanebüchen anmutende, doch originelle Handlung lebt von ihrer Spannung, deren Aufkommen jedoch immer wieder durch die statisch wirkende Inszenierung behindert wird. Über weite Strecken passiert wenig, dafür wird umso mehr geredet, wobei die zum Teil überlangen Dialoge doch ziemlich ergebnislos bleiben. Dies sorgt dafür, dass hin und wieder Langeweile aufkommt, die auch die wenigen Splatter-Sequenzen, welche nach heutigem Maßstab antiquiert wirken, nicht wirklich ausgleichen können. Die Darsteller indes machen ihren Job sehr gut und verleihen dem alptraumhaften Szenario eine zusätzlich bedrohlich wirkende Note. Alles in allem ein würdiger und spannender, aber nicht sehr unterhaltsamer früher Beitrag zum Splatterkino.

Fazit: Um Seriosität bemühter, aber reichlich angegrauter englischer Beitrag zum Splatterkino. „Frightmare" weiß inhaltlich sowie in Sachen Spannung und Atmosphäre durchaus zu überzeugen, hat jedoch inszenatorische Schwächen, die man als „Neigung zur Statik" wohl am treffendsten beschreiben kann, was seiner Kurzweiligkeit entgegenwirkt.

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