Die Liebe einer Mutter ist für immer
Das Label "präsentiert von Guillermo del Toro" ist– neben seinem eigenen großartigen Schaffen – nicht das schlechteste, konnten doch Filme wie DAS WAISENHAUS oder JULIA EYES weitgehend überzeugen. MAMA hat nicht nur einen genialen bei jedem Zuschauer emotional besetzten Namen, sondern kann auch eine ähnliche gute Mischung zwischen gezielt aufgebauter und psychologisch tiefgehender Spannung und Suspense aufweisen und wurde von Regisseur Muschietti bereits 2008 als Kurzfilm realisiert.
Wie weit del Toro sich in das Setup eingemischt hat ist mir derzeit nicht bekannt, allerdings ist der Einfluss von diversen Insekten in seinen Filmen ja schon fast mehr als ein Markenzeichen. Diese gibt es eben auch in MAMA. Am besten sind die Szenen mit den kleinen Mädchen gelungen, wie diese sich bewegen und mit Mimik und Gestik spielen und ohne viel Worte Gänsehautschauer erzeugen ist schon erstaunlich und sehr effektiv für die nägelbeissenden Momente von MAMA.
Wer also auf Kinder in Horrorszenarien steht, was schon fast als eigenständiges Subgenre bezeichnet werden kann, ist mit MAMA bestens bedient. Horrorfilme müssen vorab oder irgendwann im Film die Entscheidung treffen, ob sie das Grauen, den Horror, das Monströse weiterhin nur andeuten oder tatsächlich explizit werden lassen. Mit letzterer Entscheidung begibt man sich dann in den potentiellen Sumpf von Special Effects und den tatsächlichen Möglichkeiten derer Umsetzung.
Abwertend wird es für MAMA für mich ein wenig, dass dann im letzten Drittel des Films mittels recht durchwachsener CGIs dann eben schon etwas dieser Effekt eintritt und der vorher gut gesetzte nur fühlbare Horror durch die brachiale Visualisierung banalisiert wird. Aber natürlich war das eine bewusste Entscheidung des Films. Es gibt auch am Anfang aufgrund der offensichtlichen Budgetbeschränkungen einen Einsatz von CGI wo man es nie erwartet hätte.
Aber schon gleich danach sind die Szenen des Vaters mit seinen Töchtern im Haus auf dem Niveau wie der Rest der gelungenen Szenen des Films. Geschickt werden Bilder des jüngeren asiatischen Gruselkinos von verstört blickenden Mädchen und ähnliches eingesetzt. Handgemachte Effekte werden übrigens stets sehr effektiv eingesetzt. Mama ist nämlich recht ungehalten und geladen und damit haben die anderen Figuren ein ausgewachsenes Problem.
Es werden auch kurze Sequenzen im Stile von PARANORMAL ACITIVITY eingesetzt die sehr effektiv sind und für Höhepunkte sorgen. Insgesamt wird die Spannungsschraube mit fesselnder und dichter Atmosphäre immer höher gedreht. Somit überwiegen bei weitem die guten Seiten von MAMA, der in den USA ein richtiger kommerzielle Erfolg war, und deswegen empfehle ich ihn allen Horrorfreunden die schon Gefallen an den oben genannten Werken gefunden haben.
6/10 Schmetterlingen....äh,....Punkten