Review

Es ist doch immer wieder gleichermaßen haarsträubend & faszinierend, was für einen räudigen Bastard von Film die gute Roberta Findlay da Mitte der 1980er-Jahre auf die Leinwand gerotzt hat!

In einem runtergekommenen Miets-Hochhaus in der südlichen Bronx leben gestrandete Existenzen, die es, aus welchen Gründen auch immer, verpasst haben, von hier wegzuziehen. Ein Säufer, ein Blinder mit Hund, eine alte Frau, ein mürrischer Einzelgänger, eine Schwangere, ein Junkie, dessen Frau sich bumsen lässt, um Geld für seine Sucht aufzutreiben, sowie ein paar weitere Leute & ein paar Kinder, viele davon mit Migrationshintergrund.

Findlay, die selbst in der Bronx aufgewachsen ist, empfindet nicht nur viel Sympathie für diese Menschen, sie portraitiert sie auch realitätsnah & lässt uns einige Zeit mit ihnen verbringen, bevor sie das Unheil über sie hereinbrechen lässt. Das Unheil sind Chaco & seine Leute, rachsüchtige Punks, die sich, aufgeputscht von Drogen, in einen Gewaltrausch hineinsteigern. Sie dringen in der Nacht ins Haus ein, durchtrennen die Telefonleitung & arbeiten sich Etage um Etage hoch. Sie haben nicht vor, Gefangene zu nehmen & sie haben keine Eile auf ihrer Mordtour. Allerdings haben die Mieter auch nicht vor, sich so einfach abschlachten zu lassen.

Die Story mag Banane sein, aber die Umsetzung hat Power & ordentlich Drive & ein durchaus authentisches, aufgrund der Zeiteinblendungen fast dokumentarisches Flair, zumindest phasenweise. In anderen Phasen rutscht der Film auch ins Märchenland ab. Der Ton ist schonungslos brutal, die Atmosphäre ist dreckig & bitterböse & die Gewalt ist so ultraderb (Besenstiel!) & hat eine so rohe In-Your-Face-Direktheit, dass mir einige Male glatt mulmig im Bauch wurde.

Verstärkt wird die Intensität durch einen lauten & aggressiven Score. Die bluttriefenden Gore-Effekte mögen billig sein, verfehlen ihre Wirkung aber nicht. Aus der bunt gemischten Cast an Unbekannten sticht Corinne Chateau etwas hervor, weil sie mit ihrer Haarfarbe & ihrer Frise ein wenig Ähnlichkeit hat mit Kate Tanner aus ALF. Zum Lachen gibt's hier aber nicht viel.

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