Review

Inhalt:

Manila, Hauptstadt der Phillipinen, in den 1970er Jahren. "Bruce" Wong Lung (Bruce Le) ist aus Hongkong kommend, auf der Suche nach seinem Onkel. Dieser ist verschwunden, und Wong geht der Sache nach.

Da wird eine junge Frau, eine Chinesin (Pai Hsiao-Man), sowie ihr minderjähriger kleiner Bruder, von Gangstern bedrängt. Wong, der ein ausgezeichneter KungFu-Fighter ist, erteilt diesen Schlägern einen körperlichen Verweis. Wong freundet sich mit dem Jungen und der jungen Dame an.

Die Schläger gehören einer finsteren Gangster-Bande an, die junge Frauen in die Prostitution zwingt und ausbeutet. Ein raues, knallhartes Business, und ein Einheimischer sowie Mr. Chung (Potracio Dee) stehen dieser Bande skrupellos vor. Die Freundin des Chefs, Lisa (Elizabeth Oropesa), offenbar nach Strich und Faden betrogen, will den jungen Frauen die zur Prostitution gezwungen werden, beistehen. Somit lebt sie natürlich nicht ganz ungefährlich.

Diese Bande bedrängt auch eine KungFu-Schule, die von einem jungen Meister (Nick Cheung-Lik) geleitet wird, der mit einem KungFu-Kämpfer (Meng Fei) befreundet ist. Auch hier stellt sich Wong diesen Schurken entgegen.

Diese engagieren einen japanischen Fighter (James Nam), und der junge Meister wird getötet. Wong schwört den Verbrechern blutige Rache.

Und Wong stürmt das Anwesen der Gangster. In einem langen, brutal geführten Show-Down gelingt es Wong die Oberhäupter und etliche Schergen der Bande zu töten. Dann kommt es zum Duell gegen den japanischen Kämpfer, sowie einem weiteren angeheuerten chinesischen Opponenten (Chiang Tao).

Schließlich muss in einem finalen Zweikampf gegen den letzten verbliebenen KungFu-Killer (Lo Lieh) die endgültige Entscheidung fallen, ein Fight auf Leben oder Tod...!

Kritik:

Leute, was sollen denn die ganzen miesen Kritiken? Na, immerhin gibt es auf imdb.com auch wohlwollende Revs, denn "Return of Bruce" ist ein noch ganz solider, actiongeladener Bruceploitation-Eastern wie er typischer für dieses Sub-Genre nicht sein kann. Lagen die schlechteren Kritiken an der offenbar gekürzten deutschen Fassung? Mir liegt jedenfalls eine über 90 minütige Fassung vor, die offensichtlich nur leicht cut ist. Klar, wenn geschnitten-verstümmelt wird, leidet das vorgesetzte "Ergebnis" qualitativ natürlich erheblich.

Im Jahre 1977 drehte Regisseur Joseph Kong unter seinem Pseudonym "Joseph Velaco" auf den Phillipinen diesen Bruceploitationer mit "Bruce Lee"-Immitator Bruce Le für die Studios von "P. T. Insantra Films". Und es entstand ein ganz typischer, natürlich kostengünstig produzierter Streifen mit einfach-hanebüchener Storyline und viel KungFu-Fightaction.

Hell-klare Bilder, ein zeitgenössisches Ambiente in der subtropisch-exotischen Kulisse der Mega-Metropole Manila, und eine Story, die episodisch und mit zunächst keinem "roten Faden" etwas wirr in Szene gesetzt wurde. Das ist natürlich ein Manko, aber wie so oft im Eastern, dient die marginale Geschichte nur dazu, viele KungFu-Schlägereien miteinander irgendwie zu verbinden. Das läuft sich dann noch zu einem langen, ca. 20 minütigem Show-Down mit KungFu-Fightaction non-stop zurecht, der einmal mehr den eingefleischten Easternfan noch entschädigen kann.

Was will man erwarten? "Return of Bruce" ist Bruceploitation der typisch-gängigen Art, keine hohe Kunst, und ein letztlich reiner KungFu-Actioner. Hinzu kommt ein Star-Cast der sich sehen lassen kann, Bruce Le in Topform, und der Fan des Genres wird noch gefällig-routiniert mit viel Fightaction in die sich alles hinein zurechtläuft unterhalten.

Bruce Le macht hier voll einen auf Bruce Lee, die kieksenden Laute, Mimik und die Körpersprache des "King of Kung Fu" inklusive, und neben Bruce Li ist hier Le die erste Wahl was Bruceploitation betrifft. Und so macht es direkt Spaß diesem Mann zuzusehen, dieser muskulös-durchtrainierte Körper und die Fight-Skills passen auch. Bruce Le, hier wie Lee, der kompromisslos, eisenharte Kämpfer..., auch wenn das Idol einmal mehr unerreicht bleibt, was will man mehr?

Freunde und Gegner der Hauptfigur, die Rollen sind hochkarätig besetzt: Nick Cheung-Lik als für einen Meister einer Schule sehr jungen Fighter, macht seine Sache solide-tapfer. Und muss dann als Rache-Motiv für Bruce Le herhalten. Meng Fei in einer kleinen Rolle Gaststar dieser Produktion, sorgt für eingestreute, technisch feine KungFu-Fightsequenzen. James Nam als japanischer Fighter mit Katana ist der von den Villains angeheuerte Killer, auch nur für die Action da.

Und nur für die finalen Endfight-Szenen, sind hier Chiang Tao und dann Genre-Ikone Lo Lieh nur für die dramatischen Duelle zum Schluss zugegen und actiontechnisch gefordert. Natürlich sind das dann noch mal KungFu-Fighthighlights, die diesen Bruceploitation-Eastern noch ins Ziel bringen. Namen die man als Easternfan gerne hört, Darsteller die man als Genre-Anhänger gerne sieht. Auch sie, wie die Fightaction, heben den ja immer etwas frischeren End-Eindruck für den Betrachter.

Die Schläger und Ober-Bosse sind phillipinische Darsteller, ein Akteur namens Ruben Ramos als glatzköpfiger Vorsteher billiger Schläger, oder Potracio Dee der einer der beiden Bosse ist, machen das ganz passabel. Die Damen im Cast, eine chinesische Actrice, Pai Hsiao-Man, niedlich mit dem gewissen Etwas, oder die rassig-attraktive Elizabeth Oropesa, sie verlieren sich denn etwas in diesem natürlich maskulin geprägten KungFu-/Bruceploitation-Actioner.

Bleiben die vielen KungFu-Fights, die Action. Eine Schlägerei nach der nächsten, es wird natürlich viel gefightet, da konnte keine Langeweile aufkommen. Die Fights sind nicht immer hochklassig, aber der Drive stimmt und die Techniken sind klassisch. Bruce Le, Chiang Tao, Nick Cheung-Lik und Lo Lieh verstehen ihr Handwerk und sind Kampfkünstler. Die letzten 20 Minuten sind denn KungFu-NonStop-Fights mit knallharter Action angesagt. Im teuer-weitläufigen Anwesen der Villains kommt es Raum für Raum und im Treppenhaus gegen immer neue Gegner ala "Todes-Tower" zu hochkarätig besetzten Duellen, und die Dramatik zieht an.

"Return of Bruce", kostengünstige und natürlich wenig ambitionierte Bruceploitation, auf schmalerem Level aber dafür routiniert und actiongeladen den eingefleischten Fan des Genres noch flott und passabel unterhaltend.

6/10.

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