TOWER BLOCK macht von Anfang an keine Gefangenen. Der Überfall auf einen Mieter des Serenity Tower Blocks verläuft sehr brutal und auch im weiteren Verlauf erwartet den geneigten Seher ein wahrlich kompromissloser und vor allem düsterer Actionthriller, der dem Terrorkino von der britischen Insel seinen guten Ruf pflegt. Die in kaltes blau-grünliches Kunstlicht getauchten Flure des Hochhauses geben eine passende Kulisse ab für die Geschichte eines Scharfschützen, der sich für die oben genannte Tat bei den Zeugen des Hauses rächen will. Dazu hat er auch einige leckere Fallen aufgestellt. Die diversen noch nicht so bekannten Darsteller machen ihre Sache sehr gut und agieren sehr realistisch im Team.
Die Spannung wie die Story ausgeht ist hoch und hält den Zuschauer bei der Stange. Schon an der nächsten Ecke des Hausflurs kann schon die nächste Falle warten und wir werden komplett im Dunkeln über den möglichen Verlauf von TOWER BLOCK gehalten. Es gibt quasi nur Innenaufnahmen welche eine perfekte Kulisse zur Steigerung der Paranoia der Hausbewohner darstellen. Die Gewalt ist gleichermaßen psychologischer Art in Bezug auf die schier ausweglose Situation in der sich die Protagonisten befinden, sowie psychischer Art in den zahlreichen Verletzungen im Laufe der Handlung. Es wird aber stets dem Realismus gehuldigt und es gibt erwartungsgemäß keinen Splatter.
Dafür aber beinharte Gewaltspitzen die ihre Wirkung in der in Deutschland veröffentlichten Uncut Version nicht verfehlen. Die Kills des Täters kommen staubtrocken, unerwartet und mit aller Härte über die Bewohner. Die noch regie-unerfahrenen Macher James Nunn und Ronnie Thompson schaffen es nachhaltig eine Atmosphäre zu erzeugen, dass wir mit den diversen Protagonisten wirklich mitleiden und -fiebern. Der Charakter von TOWER BLOCK ist dennoch recht sperrig, dreckig und gewaltorientiert und deswegen wird er leider nie ein breiteres Publikum erobern können.
Entspannung oder Entlastung gibt es in der stets spannenden Umsetzung nicht. Das Finale setzt noch mal einen drauf im Form einer dramatischen Zuspitzung. Sicherlich gibt es nichts zu sehen was wir nicht anderswo auch schon gesehen haben. Wendungen oder größere Überraschungen sind auch nicht zu vermelden. Aber der Unterhaltungsfaktor der fast genau 90 Minuten Laufzeit war stets gegeben. Genrefans im interessanten Dreieck zwischen Action, Thriller und Horror mit einem Hang zu Independentfilmen werden sicher Gefallen an TOWER BLOCK finden.
6,5/10 Punkten