Review

London: Auf der Flucht vor zwei maskierten Verfolgern sucht ein Teenager Unterschlupf in dem "Serenity House"-Mietshaus, wird jedoch in der obersten Etage gestellt und totgeprügelt. Die Mieterin Becky, die dem Jungen zu Hilfe kommen wollte, fängt sich dabei ebenfalls ein paar und gibt anschließend - ebenso wie alle anderen Bewohner - bei der Befragung durch die Polizei an, nichts gehört oder gesehen zu haben. Drei Monate später plant der Eigentümer den Abriss des Gebäudes und sämtliche verbliebenen Einwohner sollen umgesiedelt werden... doch diese weigern sich vehement, ihre Wohnungen im "Serenity House" zu räumen. Becky und ihre Nachbarn haben bald aber schon ein wesentlich größeres Problem, denn ein Scharfschütze nimmt mit einem High-Tech-Gewehr von einem der gegenüberliegenden, leerstehenden Hochhäuser den "Tower Block" ins Visier und eröffnet das Feuer auf alles, was sich bewegt... Ähnlich wie "Citadel - Wo das Böse wohnt" aus demselben Jahr hat auch "Tower Block" einen heruntergekommenen Plattenbau als Hort urbanen Schreckens ausgemacht, verzichtet im Gegensatz zu dem Genannten allerdings auf einen phantastischen Anstrich, sondern repetiert inhaltlich den realistischen Alltags-Horror eines "Bewegliche Ziele" in Kombination mit der Belagerungs-Situation von John Carpenters "Assault on Precinct 13". Ziemlich schroff und kantig, aber dafür auch einigermaßen glaubhaft - zumindest, was die Figurenzeichnung anbelangt (bei den Details der Handlung sieht es da anders aus!) - kommt das Ganze im Gewand einer unglamourösen Low-Budget-Produktion daher, die jedoch allemal ausgereicht hat, um einen weiteren jener recht wirkungsvollen Scharfschützen-Thriller à la "Nicht auflegen!" auf die Beine zu stellen. So ist es dem Regie-Duo David Beton und James Nunn gelungen, ein gewisses Maß an Sozial-Kritik in ihren Streifen einfließen zu lassen (was man allerdings nicht überbewerten sollte, denn die kommt quasi frei Haus mit Setting und beackertem Terrain) und nach einer knappen Einführung der Figuren die Spannungsschraube relativ flott anzuziehen. Aufgrund des unzimperlichen Umgangs mit ihren Sympathieträgern gestaltet sich die Angelegenheit dann auch trotz der Beschränkungen des Szenarios nicht allzu vorhersehbar und hält einen dann doch über die volle Distanz bei der Stange, auch wenn so mancher hirnrissige Fluchtversuch da von vornherein zum Scheitern verurteilt ist und nur zur Streckung der Laufzeit dient. Ach ja, die schlussendliche Auflösung, bei der die Identität des Schützen gelüftet wird, ist ganz nach der Schuld-und-Sühne-Masche des 80er Jahre-Slasher-Kinos geraten und deshalb beileibe auch keine Enttäuschung. Alles in allem kann man mit "Tower Block", der es sicherlich nicht darauf angelegt (hah!) hat, das Genre an sich zu revolutionieren, also ganz zufrieden sein... und besser als solche schlimmen Sparten-Vertreter wie "Trigger Man - Der Scharfschütze" oder "Night of the Hunted" ist er definitiv...!

6/10

Details
Ähnliche Filme