Da versuchen zwei Schweden ganz offensichtlich auf den Zug vom „Evil Dead“ Remake aufzuspringen und ein wenig „Cabin Fever“ unterzumischen, was selbst bei oberflächlicher Betrachtung relativ uneigenständig erscheint. Doch wem nützen Innovationen, wenn nicht ordentlich Blut vergossen wird und das ist wiederum der Fall, da die FSK erstaunlicherweise mehr als nur ein Auge zugedrückt hat.
Das Liebespaar Albin und Ida unternehmen mit einigen Freunden einen Ausflug zu einer leer stehenden Hütte. Als eine den Kellerschacht betritt, kommt sie völlig abwesend wieder zurück und verwandelt sich kurz darauf in eine blutrünstige Bestie. Schneller als den Freunden bewusst wird, könnte jeder der nächste Infizierte sein…
Die einsame Waldhütte, das Geheimnis im Keller, böse Dämonen, - da fehlt nur noch die Kettensäge, welche überraschenderweise außen vor bleibt. Die Gruppe wird recht fix und oberflächlich eingeführt, in der Hütte hält man sich nicht allzu lange mit Nebensächlichkeiten auf, bis die Gefahr ausbricht und versucht wird, den Zombie an der Tür zu fixieren. Kurz darauf ist bereits die zweite Person betroffen und schon dezimiert sich die Gruppe, während die per Telefon gerufene Polizei zu keiner Zeit erscheint. Stattdessen verschafft sich ein verbitterter und bewaffneter Kerl Zutritt, der ein wenig Hintergrund in die Geschichte bringt.
Auch wenn die Kamera nicht immer sicher geführt wird und die zeitweilige Überbelichtung den Eindruck von minder qualitativem Equipment unterstreicht, so geht es doch spätestens ab Mitte der Geschichte recht deftig zur Sache, da es zahlreiche derbe Auseinandersetzungen gibt. Es wird mit allen Mitteln und Waffen gekämpft und der Gorefaktor ist bei alledem nicht zu unterschätzen, zumal sämtliche Szenen handgemacht sind. Es gibt diverse Kopfschüsse, eine abgebissene Oberlippe, zahlreiche Amputationen, Kehlenschnitte, eine Enthauptung, Messerstiche, zerschlagene Schädel und eine Stange im Unterkiefer. Splatterfans werden ordentlich bedient und auch Actionfreunde erhalten ein gesundes Maß an Bewegung.
Dabei wird die Location der Hütte mit angrenzendem Wald in Gewitternacht effektiv genutzt, der Score ist gut angepasst und liefert ein paar recht treffende Momente und auch die weitgehend unbekannten Mimen liefern saubere Performances ab, denn besonders die Mischung aus Abscheu, Wut und Skrupel gegenüber ehemals guten Freunden wird glaubhaft transportiert.
Natürlich sind ein paar Dummheiten, Logiklöcher und irrationale Verhaltensweisen enthalten, da einige Protagonisten wie Idioten agieren, manche Dialoge nach einem Schlag auf den Hinterkopf schreien („Ich bin über einen Stein gestolpert, - da liegen so viele hier rum“) und besonders gegen Ende die Mittel zur Gegenwehr reichlich unüberlegt ausfallen, obgleich alles Notwendige in der Hütte liegt und steht.
Dennoch unterhalten die 96 Minuten recht solide, der Zombie-Slasher überzeugt mit einiger Härte und unnachgiebigen Auseinandersetzungen, während zwar Nacktszenen und Trinkgelage außen vor bleiben, dafür jedoch ein überwiegend reifes Verhalten an den Tag gelegt wird, - mal abgesehen davon, dass Zombies eben nicht mit simplen Faustschlägen kalt zu stellen sind. Bisher der qualitativ beste Streifen, den die Regisseure Laguna und Wilund zustande gebracht haben, gemessen an den Vorgängern allerdings auch kein Wunder…
6 von 10