Ein namenloser Mann ("our man"), die unendliche Weite des Indischen Ozeans und ein Boot, mehr braucht es nicht im Fall von "All is lost" um einen intensiven, spannenden, berührenden und bildgewaltigen Film auf die Leinwand zu bringen. So muss Kino sein!
Schon die Rezensionen zum Film klangen richtig gut, aber so ganz weiß man ja nie, ob man denen trauen kann. Die ein oder andere Ernüchterung hatte ich noch gut in Erinnerung... Hier aber stimmt aus meiner Sicht einfach alles. Fast ohne Sprache kommt dieser Film aus und dass man sie nicht vermisst, ist vor allem Robert Redfords beeindruckendem Spiel zu verdanken. Nun hatte ich befürchtet er könnte allzu große Gesten an den Tag legen um etwas zu vermitteln, aber das ist nicht der Fall.
Schwierig ist nur, den Inhalt des Films genauer zu beschreiben. Man muss ihn sehen. Der Trailer verrät an sich schon sehr viel, mehr sollte man aber auch nicht vorher wissen. Ein Mann, über den wir nichts Persönliches erfahren, gerät fast 2000 Meilen entfernt vom Festland in Lebensgefahr, weil sein Segelboot von einem herum schwimmenden Container gerammt wird. Es folgen weitere Herausforderungen, die ihn in die Lage versetzen, um sein Überleben kämpfen zu müssen, wieder und wieder an den Rand des Möglichen zu gehen.
Als Zuschauer ist man mittendrin und verfolgt diesen Kampf hautnah, spürbar werden die Mühen und Belastungen, denen der Mann sich ausgesetzt sieht. Die Bilder sind einerseits wunderschön und zugleich brutal, faszinierend und erschütternd.
Gut, dass J.C. Chandor den Mut hatte, diese Geschichte zu erzählen und gut, dass er Redford dafür gewonnen hat. Schon der Erstling des Regisseurs, "Margin Call", hat mich begeistert. Da stehen die Chancen gut, dass hier noch mehr kommt, worauf man sich freuen kann.
Einstweilen gilt: ab ins Kino! Eine Schande ist, dass der Film wohl nur in wenigen Kinos gezeigt wird. Ich wünsche ihm viele Zuschauer. Es wäre ihr Gewinn.