kurz angerissen*
erstmals veröffentlicht: 19.07.2014
Minimalistische Ein-Mann-Stücke wie „All Is Lost“ gibt es aufgrund ihrer unkomplizierten, geradlinigen Realisierungsmöglichkeiten (meist wird nur ein Set benötigt und der Plot definiert sich vorwiegend über zufallsbasierte Ereignisketten) in großer Zahl, weshalb die grausamen Pointen des Schicksals, die Robert Redford auf hoher See ereilen, nur allzu bekannt erscheinen: Riesige Tanklaster, die ein kleines Boot nicht bemerken, das nur wenige Meter von ihnen entfernt im Wasser treibt, haben sich inzwischen fast schon zu Filmklischees ausdefiniert. Dementsprechend schwer hat es J.C. Chandors nahezu wortloses Survival-Drama (einmal wird leise das Wort „scheiße“ gemurmelt), auf direktem Wege oder zwischen den Zeilen einen Impuls zum Zuschauer zu tragen, den dieser noch nicht kennt. So hält man sich vorwiegend an Robert Redfords physisch starker Leistung fest, der hervorragend eine Figur verkörpert, die weder in einen sozialen Kontext eingebunden ist (da keine weiteren Akteure beteiligt sind) noch in eine psychologische Selbstreflexion gerät (daran ist der Film nicht interessiert), sondern rein auf den Überlebenskampf fixiert ist. Da man auch über die Hintergründe der Figur nichts erfährt, ist Redfords Figur ein großes Enigma und des Filmes größter Trumpf, denn hierdurch wird überhaupt erst die essenzielle Frage danach gestellt, was es sein mag, das diesen Menschen so sehr um sein Überleben kämpfen lässt.
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