Review

iHaveCNit: „All is Lost“ (2013)

In J.C. Chandors Survivaldrama „All is Lost“ haben wir es mit einem namenlosen Skipper zu tun, dessen Segelboot von einem schwimmenden Container gerammt wird und zu sinken droht. Das Boot befindet sich mitten im indischen Ozean und für den Skipper entwickelt sich ein regelrechter, nahezu hoffnungsloser Überlebenskampf.

Filme, die sich auf einem begrenzten Raum abspielen gibt es viele, genau wie eben Survivalfilme. James Franco musste sich in einem Canyon mit eingeklemmten Arm in 127 Hours abquälen. Blake Lively musste auf einem Felsvorsprung im Wasser den richtigen Moment abwarten, um gegen einen weißen Hai die Oberhand zu gewinnen. Ryan Reynolds hat die Zeit in einem Sarg mit Telefonaten zur Rettung zugebracht, genau wie Tom Hardy als Bauleiter bei einer Autofahrt mit Telefonaten eine Katastrophe abwenden musste. Auch Sandra Bullock schwebte im All ums Überleben. So sehen wir in „All is Lost“ einen alten, erfahrenen Robert Redford als Skipper im Überlebenskampf vor der Küste Sumatras.

Der Film hat eine Laufzeit von knapp über 100 Minuten und kommt überraschenderweise nur mit einem 30-seitigen Drehbuch aus, in dem der Dialoganteil von Robert Redford und allgemein des ganzen Films extrem gering bis fast gar nicht vorhanden ist. So verlässt sich der Film nahezu auf visuelles Storytelling und das „physical acting“ von Robert Redford, das extrem positiv hervorsticht. Ich nehme an, dass bis auf wenige Szenen der ganze Film absolut handgemacht ist und die Sets mit dem Boot und der Rettungsboje passen auch im Detail richtig gut.

J.C. Chandors Inszenierung ist gut, doch sehr bedächtig und ruhig, was dem Drama ein wenig die Spannung nimmt. Fachlich gesehen ist der Film doch von manchen Entscheidungen des mental und körperlich geschwächten Skippers her extrem riskant bis unlogisch. Auch der rote Faden fehlt ein wenig. Man weiß nicht, woher z.B. der Skipper kommt und warum er auf See ist, so dass man kaum emotionale Bindung zum Skipper aufbauen kann.

So bleibt der Film hinter seinen Möglichkeiten zurück, bleibt aber trotzdem ein gutes Survivaldrama.

„All is Lost“ bekommt von mir 7/10 Punkte

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