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Der Weg ist das Überleben

"All Is Lost" ist eine minimalistische Survival-Story mit ungeheuerer Kraft. Ohne wirklich Text, nur Robert Redford gegen die Natur auf hoher See. Zum Glück ist das in die Jahre gekommene Sundance Kid selbst eine schauspielerische Urgewalt, wodurch das ungleiche Duell nie langweilig wird. Eine größere Ein-Mann-Show wird in der Kinogeschichte schwer zu finden sein. Redford ist eine lebende Legende und beweist dies hier alleine auf dem Meer mit Nachdruck. Seine Mimik, seine Augen, seine Intensität - unerreicht! Dass sein Kampf gegen die Hoffnungslosigkeit keine Minute langweilig wird, ist alle Ehre wert. Ist ja nicht so, als ob er davon noch mehr braucht...

Die oft bemängelten unbeholfenen Seefahrer-Fehler erkennt man als Laie nicht und man könnte diese ebenso auf die Ausnahmesituation schieben. Alles wirkt höchst realistisch, dramatisch, intensiv. Es geht um Leben und Tod. Und das merkt man. Trotz all dem wunderbaren Understatement. Das in mehrere Richtungen interpretierbare Ende setzt da nur noch die Krone auf. Eine Weissblende, die man nicht vergisst. Und die für mich eindeutig spirituell gedeutet wird. Doch das ist jedem selbst überlassen und das ist toll.

Fazit: keine Worte, nur Respekt. Eine der stärksten Rollen in der Filmographie einer Hollywood-Legende. Das sagt alles. Überlebenskampf. One-Man-Show. Wortkarges Drama. Open Grandpa. Life of Robert. Das ambivalente Ende ist der i-Punkt auf einer packenden See-Torte.

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