Herzlichen Glückwunsch: Seit zehn Jahren gehen uns die Resident Evil-Filme auf den Sack. Das wirft Fragen auf:
1. Ist Milla Jovovich eine gute Schauspielerin?
Mit dem richtigen Regisseur vielleicht, grundsätzlich aber wohl eher nicht. Fehlt ein guter Regisseur, reduziert sich Milla Jovovich wie die ebenfalls in der Ukraine geborene Mila Kunis auf ein hübsches Gesicht mit stechenden Augen und durchtrainierter Knackarschfigur. Immerhin. Das führt übrigens zu Frage Nummer zwei.
2. Ist Paul W.S. Anderson ein guter Regisseur?
Wer fünf Resident Evil-Filme schreibt, drei davon selbst inszeniert, CGI-Blut einsetzt und auch noch mit einem sechsten Teil droht, kann einfach kein guter Regisseur sein.
Dazu kommen Werke wie Die drei Musketiere 3D, Soldier oder Mortal Kombat. Andersons einziger Glückstreffer war Event Horizon.
3. Wer ist die Zielgruppe für Resident Evil-Filme?
Ganz klar: 12-14-jährige Jungs. Obwohl die Filme erst frei ab 16 bzw. 18 sind, werden sich die meisten 16-18-jährigen lieber härteren Torture-Porn reinziehen und über die blutarmen Videospiel-Adaptionen eher lächelnd die Nase rümpfen. Ein 13-jähriger dagegen freut sich diebisch, dass er mal einen Zombie-Film sehen kann.
4. Wie ist der Film?
Retribution gönnt sich eine 15 Minuten lange Eröffnungssequenz, die sowohl das Geschehen des Vorgängers Afterlife (2010) als auch sich selbst infrage stellt.
Es folgt das übliche Tamtam um die böse Umbrella Corporation mit endlosen Kämpfen, bei denen jeder der Hauptdarsteller mehrfach erschossen wird und doch nicht stirbt.
Für den asiatischen Markt verpflichtete man Chinas Superstar Bingbing Li als Ada Wong, wodurch der Film endgültig zum Chic-Flick wird (Milla Jovovich, Bingbing Li, Sienna Guillory und Michelle Rodriguez).
Nach einem zugegeben coolen Cliffhanger-Schlussbild endet der Streifen und macht Platz für eine exakt 10 Minuten lange Endcredit-Roll.
Fazit:
Dieser Film ist nicht ganz schlecht, aber vollkommen sinnlos. Die 3D-BD dagegen ist richtig gut.