„Omega Cop“ erweist sich als mäßige Endzeitaction nach Schema F, die zwar gute Ansätze zu bieten hat, aber unterm Strich doch enttäuscht.
Szenariotechnisch werden hier keine großen Innovationen gerissen, das ist schnell klar: Wir befinden uns zeitlich jenseits der Big Bang, Zivilisation ist hops gegangen und lediglich eine kleine Truppe verbliebener Gesetzeshüter kümmert sich so gut es geht um Recht und Ordnung in der postapokalyptischen Welt, darunter auch John Travis (Ron Marchini). Wer angesichts der Szenarios jetzt gähnt… tja, dem kann ich es nicht verübeln, denn derartiges hat man schon zigmal gesehen (und oft besser).
John und seine Truppe schwärmen aus, um ein paar Sklavenhändlern bei einer Frauenversteigerung das Handwerk zu legen, doch das Kroppzeug erweist sich als äußerst wehrhaft. So werden bis auf John alle Polizisten weggeputzt, doch John kann eine Geisel befreien. Daraufhin kommt es zum Privatkrieg mit der marodierenden Bande…
Klingt alles wenig einfallsreich? Ist es auch. „Omega Cop“ reiht eigentlich nur Raufereien und Befreiungsaktionen aneinander bei denen John die Finsterlinge dezimiert bis keiner mehr von ihnen übrig ist. Nebenbei wird noch weitere weibliche Staffage zum Beschützen und/oder Gerettet-werden aufgelesen, eine weitestgehend sinnfreie Episode thematisiert noch eine Seuche, die nach dem Big Bang ausgebrochen ist („Cyborg“ lässt grüßen), doch großartig wichtig ist diese Information nicht. So lässt „Omega Cop“ Spannung und Zuschauerinteresse leider weitestgehend missen und vermag es zu keinem Zeitpunkt wirklich zu fesseln.
Weiterer großer Schwachpunkt ist sicherlich die Wahl der Hauptdarstellers, denn Segelohr Ron Marchini halt null Ausstrahlung oder Charisma, was ja vielen anderen B-Darstellern über den Mangel an schauspielerischen Talenten hinweghilft. Über einen Mangel an schauspielerischen Fähigkeiten kann man bei „Omega Cop“ aber nicht sprechen, sondern über deren vollständiges Fehlen; vor allem die klischeehaft agierenden Fieslingsdarsteller sind am Rande einer Selbstparodie.
Doch Hopfen und Malz ist bei „Omega Cop“ noch nicht verloren, denn ein paar Vorzüge hat der Film dann doch. Da wäre zum einen die überraschend gelungene Inszenierung: Obwohl die Locations meist nur Fabrikhallen, Hinterhöfen und Schrottplätzen bestehen, so kommt doch die meiste Zeit über eine ziemlich stimmige Atmosphäre auf. Mit Klassikern wie „Mad Max“ kann diese sicherlich nicht mithalten, doch sie lässt viele andere Endzeitheuler weit hinter sich.
Zum anderen ist die Action recht gelungen, wenn auch nicht herausragend. So kann man sich über einige Prügeleien freuen, die ganz gut über den Film verteilt sind und auch die Menge der Kloppereien stimmt, auch wenn man keineswegs von einem Overkill sprechen kann. Die Choreographie der Schlägereien stimmt, auch wenn man nichts großartig Aufregendes oder sonderlich spektakuläre Moves zu sehen bekommt. Meist kann sich der Genrefan an den Actionszenen jedoch erfreuen, lediglich der Showdown kommt etwas kurz und plump daher (ein paar Explosionen entschädigen nicht für das Fehlen eines richtigen Endfights).
Doch weder die gelungene Atmosphäre noch die ordentlichen Kloppereien können so recht überdecken, dass zwischen den Actionszenen hier meist gähnende Langeweile herrscht. Unterer Durchschnitt trotz guter Ansätze.