Review

In ferner Zukunft (wobei die so genannte "Zukunft" im Jahre 1999 von der Wirklichkeit bereits eingeholt wurde ;-) ist die Ozonschicht zerstört, Wasser ist absolut rar, mutierte Menschen beherrschen teilweise die von Toten übersäten Städte. In diesem anarchischen Chaos sorgen wenige Cops wie John Travis und seine Kollegen für etwas Recht und Ordnung.
Als der Rest seiner Truppe bei der Stürmung eines illegalen Sklavenmarktes getötet wird, macht sich Travis auf, den Drahtzieher dieser "Auktionen", dem skrupellosen Herrschaftsführer Wraith, ein für alle Mal das Handwerk zu legen. Kein leichtes Unterfangen, zumal er sich mit der Zeit den Weg mit drei unterwegs aufgelesenen Frauen teilen muss....

Der eher unbekannte B-Action-Darsteller Ron Marchini in einem durchaus passablen, charismatischen & mit angenehmem Härtegrad ausgestatteten frühen Actionstreifen.
Dabei ist die Story altbekannt, interessante Storyentwicklungen, innovative Sets und/oder herausragende Darstellerleistungen sucht man hier natürlich vergebens - wie sich das in diesem Genre eben so verhält. Dennoch weiß der Streifen zu unterhalten und meistenteils zu überzeugen: Das Endzeitszenario ist gut in Szene gesetzt und überaus stimmig. Die Actionszenen sind nicht gerade sehr ausufernd, dafür aber reichhaltig - Langeweile kommt eigentlich so gut wie nie auf, es vergehen kaum 5 Minuten ohne dass es nicht "auf die Mütze gibt" oder fleißig aufeinander geschossen wird.

Etwas Martial Arts (wenngleich auch von der eher unspektakulären Sorte), gebrochene Genicke, blutige Einschüsse und ein paar wenige andere kleine, aber feine Nicklichkeiten ;-) erfreuen das Herz des B-Action-Fans. Die Dialoge sind glücklicherweise a) eher spärlich gehalten und b) eigentlich in keinster Weise nervig oder gar Ohrenschmerzen verursachend, wie man das sonst viel aus entsprechenden Produktionen kennt.
Tatsächlich hinterlässt der Streifen ein recht positives Gefühl nach dem Anschauen. Der Hauptdarsteller hält mimiktechnisch in etwa so viele verschiedene Gesichtsausdrücke bereit wie ein Steven Seagal z.B., man nimmt es ihm aber in keinster Weise übel, bringt er doch trotzdem eine gewisse Ausstrahlung rüber, die dem Genre recht angemessen ist.
Auch die 3 Mädels hat man nicht allzu sehr in den Vordergrund gestellt, was dem Gesamtwerk sicherlich ebenfalls gut tut (ohne dabei auf irgendwelchen Vorurteilen herumreiten zu wollen).

Das Finale hätte vielleicht noch etwas opulenter ausfallen können, zu diesem Zeitpunkt war solch ein Showdown für diese Filmsparte aber mehr als typisch (ein paar Einzelkämpfe, etwas Geballere, alles in die Luft sprengen - fertig ;-). Dies ist einer der Filme, den man am Besten mit einer Schüssel Chips und einem kühlen Bier genießt. Keine allzu hohen Ansprüche stellen - Spot an, Hirn aus, Spaß haben.
Wenn man sich darauf einlassen kann, ist man als Fan des entsprechenden Genres mit diesem Streifen recht gut bedient. Einiges wirkt noch ein wenig, als wenn es etwas in den Kinderschuhen stecken würde, aber auch das trägt zu dem ganz speziellen Charme dieses Films bei. Andererseits wirkt es fast schon wieder ein wenig originell, wenn Travis und seine Gefolgsleute gleich zu Beginn des Films z.B. mit einem fröhlichen Oldie aus dem Autoradio schallend durch die trostlose und menschenleere Vorstadtgegend fahren.
Bei dem Nachfolgefilm "Karate Cop" ist schon etwas feinerer "Schliff" zu erkennen, ohne dass der übliche B-Action-Charme der frühen 90er Jahre verloren geht. Für Fans eine kleine, aber feine Perle, für die große Masse und "Mainstream- bzw. A-Movie-Verwöhnte" sicherlich komplett uninteressant. Von mir gibt es dabei gute 7/10.

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