Nach "Adam Chaplin" ist dies die zweite Produktion der italienischen Firma "Necrostorm", die sich offenbar darauf spezialisiert hat, kleine Splatterfeuerwerke mit Nostalgiefaktor auf den Markt zu bringen. Auf Dauer wirkt der Streifen allerdings so, als hätte sich ein Spielkind in Sachen Gore und Gewalt mal so richtig ausgetobt und alles andere ein wenig vernachlässigt.
Irgendwann in der Zukunft werden Orte wie "Taeter City" von einer Diktatur namens "Die Behörde" kontrolliert. Kriminelle werden per Zeed-Antennen ausfindig gemacht und entweder von der Motorradpolizei eliminiert oder zum Selbstmord gebracht, wonach ihr Fleisch als Hauptnahrungsmittel der Bevölkerung dient. Bis eines Tages ein Defekt im System erkannt wird, welches Menschen mutieren und zu kriminellen Bestien mutieren lässt...
Der krude Mix aus "Soylent Green" und "1984" mit einer ordentlichen Portion Fulci und Jackson funktioniert eine Weile recht gut, denn zunächst werden einem abstruse bis groteske Clips entgegen geworfen, in der es entweder um Werbung für Menschenburger oder Statements der Behörde geht, was ein wenig Konsumkritik mit sich bringt und ein paar Spitzen gegen totalitäre Systeme erkennen lässt.
Auf Dauer fehlt allerdings ein roter Faden, denn es kristallisiert sich weder eine Identifikationsfigur heraus, noch ist eine stringent erzählte Geschichte erkennbar, denn erst in der zweiten Hälfte exekutiert ein Motorradtrio nach und nach mordende Mutationen, was folgerichtig mit zahlreichen Splattereffekte einher geht, jedoch kaum Spannung mit sich bringt, da die Masse an Gore im Verlauf ein wenig ermüdet.
Allerdings schöpft Regisseur Giulio De Santi aus den Vollen, indem er alle erdenklichen Gewalteinlagen überwiegend per Hand in Szene setzt, lediglich die Nachbearbeitung nutzt einige Computereffekte. Das Splatterfest liefert zahlreiche abgetrennte Gliedmaßen, zerquetschte und explodierende Schädel, Körperteilungen, Säureeinsätze, herausploppende Augäpfel, Kopfschüsse und literweise Blut nebst Innereien. Make-up und Maske liefern überdies grundsolide Leistungen, während die Form der Gewalteinlagen nebst Synthie-Gedudel eindeutig eine Hommage an Splatterfilme der Achtziger darstellt.
Storytechnisch ist die Luft hingegen reichlich dünn, denn etwaige Hintergründe über das Gesellschaftssystem werden nahezu komplett ausgeklammert, stattdessen werden stets ein paar Werbeclips eingeschoben, was sich jedoch zunehmend wiederholt. Schließlich setzt der Abspann bereits nach 65 Minuten ein, - da wäre durchaus noch Raum gewesen, um ein wenig Background oder gar passable Figuren einzubinden.
So bleibt das Ganze ein recht seelenloser Trip mit einer schwarzhumorigen Grundtendenz, welche jedoch nie wirkliche Pointen liefert. Die eindimensionale Story ermüdet trotz flotten Erzähltempos zusehends, lediglich die ordentlich gemachten Gewalteffekte können voll punkten. Demnach ein Fall für eingefleischte Gorehunde und Freunde bizarrer Dystopien, der über ein paar skurrile Einfälle jedoch kaum hinauskommt.
Knapp
6 von 10