Review
von Leimbacher-Mario
Ein Film über Saucen
Nachdem ich vom Amateur-Splatterfest Adam Chaplin positiv überrascht wurde, wanderte natürlich auch das familiäre Folgewerk der begabten italienischen Regisseure höher auf meiner Wunschliste. Aber ehrlich gesagt, hätte ich mir da lieber nochmal Adam Chaplin angeguckt & diese Blu-ray geskippt. Nicht (nur) weil diese No-Budget-Orgien anscheinend extrem mies aufgelöst auf Video gedreht wurden & sich Blu-rays mal gar nicht lohnen, sondern weil Taeter City einfach ziemlich maue Kost ist. Und das in etlichen Sinne des Wortes...
Eine Beschreibung der Geschichte ist kaum möglich, da es in den 70 Minuten eine solche nicht wirklich gibt & noch weniger bei mir hängen geblieben ist. Es ist eher eine Aneinanderreihung von Splatter-Szenen & schwarzhumorigen Werbeclips zum Thema Kannibalismus. Daher nur kurz die Skizzierung der gezeigten Welt bzw. Stadt Taeter City: futuristisch, blass, ekelhaft, aber auch irgendwie kultig, cool & atmosphärisch. Es werden Menschen gegessen, und zwar ausschließlich. Von jedem, bei Verstoß wird man selbst gegessen. Meistens solche Menschen, denen man eine gewalttätige Neigung (per Hirnscreening) zuschreibt. In den besten Momenten erinnert das an einen trashigeren Robocop oder Starship Troopers & hat eine Menge Flair, von der Leidenschaft + Talent zum Splatter ganz zu schweigen. Aber über weite Strecken ist das einfach sinnlos & nicht unterhaltend. Paar Lacher waren da, aber ich habe eher das Ende herbei gesehnt, als einen Film in voller Länge dieser Art.
Gebt diesen Italienern mehr Budget & eine vernünftige Story, dann entsteht mit Sicherheit ein Splatter-Klassiker. So ist das aber nur eine sarkastische Fingerübung & eine bessere Bewerbungsmappe. Trotzdem sind Sprüche wie "Lecker Hintern mit Blutsauce" schon einfach besteuert lustig. Insgesamt nur für härteste Gore-Freaks & Story-Ignoranten. Atmosphäre krank, Effekte hart & eine innovative Mischung aus CGI & handmade, Charaktere & Story aber für Arsch mit Sauce. Und ein bisschen Inhalt muss auch bei Splatter sein.
Fazit: sinnlose Splatter-Utopie & -Showroom, mit weitaus mehr Leidenschaft & Talent als Budget. Trotz kurzer Spieldauer aber ermüdend, ohne wirkliche Story oder Identifikationsfigur & nicht annähernd so gut wie Adam Chaplin! Bleibt ein sehr bitterer Beigeschmack...