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"Taeter City" ist für mich nicht mehr und nicht weniger als die längst überfällige Rückkehr des Italo-Splatters - und dass auch noch als absolutes Partyfilmchen. So viel absolut übertriebens Gekröse wie in diesem Italo-Streifen ist mir schon ewig nicht mehr über die Mattscheibe geflimmert.
In 73 Minuten Laufzeit wird auf jede nur erdenklich Art und Weise gesplattert, was das Zeug hält und dabei in Sachen Kreativität weit mehr als nur die Standards abgearbeitet. Freunde von "Premutos" und "Tokyo Gore Police" kommen mE um den Streifen nicht drumrum, wobei mir TC sogar noch wesentlich besser als TGP gefällt, da der Splatter cooler (zT sogar handmade) ist und TC mE höheren Unterhaltungswert besitzt.

Ansonsten ist TGP ein ganz guter Orientierungspunkt: Auch hier geht es um eine futuristisch-totalitäre Stadt. Potentielle Kriminelle werden hier wortwörtlich zu Hackfleisch verarbeitet und ihre sterblichen Überreste in einer eigens dafür eingerichteten Fast-Food-Kette feilgeboten. Doch die Messmethoden, um die Deliquenten zu ermitteln, haben ungeahnte Auswirkungen auf Teile der Bevölkerung

Ja, der Erstling der Regiefamilie de Santini, "Adam Chaplin", war selbst im Extended Cut zwischen den Splatterszenen trotz coolem Bildstil einfach nur filmische Langeweile - dieses Manko konnte in TC allerdings wett gemacht werden: Der Style stimmt nach wie vor und im Gegensatz zu AC hat TC ein wesentlich höheres Tempo und immerhin genug Story, um den verbleibenden Restraum zwischen dem Gekröse kurzweilig zu füllen.

Natürlich reicht das noch nicht ganz, um Heiligtümer wie "Braindead" oder "Poultrygeist" auf die Plätze zu verweisen und natürlich müsste Giulio de Santini dafür erst noch inszenatorische Kniffe wie Charakterzeichnung und -entwicklung, Dramaturgie und das Entwickeln und Erzählen kreativer geschichten erlernen, was er aber immerhin klein wenig besser beherrscht als sein Bruder Emanuele, der in "Adam Chaplin" vor allem mit ebenso überzogener wie inhaltsleerer Selbstdarstellung nervte - aber sowas konnte der bajuwarische Dicke anfangs auch nie besonders gut, und trotzdem (oder gerade deswegen?) haben gerade seine frühen Streifen ohne Ende Spaß gemacht.

Zumindest weiß Giulio de Santini, wie man ein temporeiches Splatterfeuerwerk im Comicstil schmackhaft anrichtet und kurzweilig serviert. Mir ist dieses Schlachtfest der Gemütlichkeit jedenfalls fette acht Zähler wert und ich bin voll froher Hoffnung, was in den kommenden Jahren so alles aus der Necrostorm-Schmiede zu erwarten sein dürfte.

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