Launige Actionkomödie aus Taiwan, die außer für so ein kleines Projekt durchaus präsent im Marketing gewesen zu sein, so richtig Anstalten für irgendeine andere Leistung abseits dessen eigentlich nicht macht. Folgt in der Werbung noch der mehr oder minder indirekte Verweis auf den Ahn des hiesig besetzten Schauspielers Jaycee Chan, dessen Vater nun mal Jackie Chan und damit der König des Genres überhaupt ist, so kann man das Endprodukt auch ohne diesen (unfairen) Vergleich als vielleicht höchstens die halbe Portion, die ganz entfernte Erinnerung dessen nennen. Trotz Voraussetzungen für Mehr geht man dann immer den geringsten und bald auch den uninteressantesten Weg:
Trotz schnellen Eingreifens und Gegenwehr gelingt es dem im taiwanesischen Nationalmuseum angestellten Wachmann Jay [ Jaycee Chan ] nicht, den Kunstraub der beiden Diebinnen V [ Jessica Cambensy ] und M [ Shoko ] im Auftrag des Gangsterbosses Z [ Vivian Dawson ] zu verhindern; unter anderem dessen, weil ihm fälschlicherweise der als Besucher aus China zufällige anwesende Ocean [ Xia Yu ], ebenfalls ein Wachmann, in die Quere kam. Da die Beute zur Ablenkung auch im Reisebus der Chinesischen Truppe, und dort in die Tasche der Touristin Jane [ Deng Jia-Jia ] gelangt ist, haben nicht nur die Security Guards, sondern auch die Gauner berechtigtes Motiv zur Sicherstellung des wertvollen Kunstgutes. Zudem ist Jays Vorgesetzter Captain John [ Gabe Lan ] der festen Überzeugung, dass dieser selber hinter der Tat steckt
Warum auch immer, und im Nachhinein angesichts des wenigen Gebotenen sowieso unverständlich, wird die Geschichte zu Beginn schon nahezu vollständig im Zeitraffer und aus der rückschauenden Perspektive hin vorgestellt. Im Grunde hat man nach 30sec so schon Alles gesehen, treten sowieso keine Wendungen oder sonstige Überraschungen im Drehbuch auf, und stellen sich die rar bleibenden Ereignisse als vorhersehbare Abfolgen uninspirierter Ideen auf. Immerhin gedeiht die Völkerfreundschaft, mit eventueller Fortsetzung in petto.
In der Narration ist dabei auch hier der Weg das Ziel, der eigentliche Aufhänger mit den gestohlenen Bildern nur das hohle Gimmick, welches gar in den Ausreden der Figuren für diese 'Jagd' vertauscht und vorgetäuscht wird. (Jay nennt das Objekt der Begierde für den ahnungslosen Ocean die erste Zeit nur "family heirloom", was dieser auch problemlos abkauft und akzeptiert.) Überhaupt wird hier nichts in Frage oder ansonsten in Betracht gestellt, ist auch die Gangstermär mit seinem einleitenden Einbruch und Raubzug keinerlei Aufregung, keinerlei Aufmerksamkeit einer Polizei und der kinetischen oder cineastischen Rede nicht wert. Ein im Grunde ruhiges, wenn da nicht hektische Personen an Bord habendes Geschehen, dass sich weder unter Zeitdruck und auch sonst nicht die Anforderungen einer Dramaturgie, eigentlich auch keiner Inszenierung per se und nur dem Geplätscher und Geplausche pro forma setzt.
Das kann man anfangs vielleicht noch gutheissen, wenn auch da schon nicht so wirklich mögen, beinhaltet die Fahrt durch das Lande im Lost Journey Stil – ein sleeper hit aus China, 2010, der sich mehr oder minder an John Hughes Planes, Trains & Automobiles, 1987 orientiert – hier und da gesittete Bilder der Landschaft und ein theoretisch interessantes Pärchen im Mittelpunkt. Gerade die erst nicht vorhandene, dann im Skript forcierte Kooperation zwischen den Kollegen aus der Security Brance, aber verschiedenen und auch feindlich gesinnten Herkünften könnte den Buddy Picture Ansatz entscheidend und versucht diesen auch zu bedienen. So sind die Unterschiede – der Eine ungestüm, der Andere eher etwas verlangsamt im Denken und Handeln, "You are a loser guard with loser Taichi!" usw. – auch durchaus vorhanden, fehlt aber trotzdem die gegenseitige Ergänzung und auch ein wenig die Chemie zwischen den späteren Brüdern im Geiste. Erfreulich ist ein emotionaler Austausch an einer nächtlichen Grabesstätte als erster Anhaltspunkt einer Zusammenarbeit, allerdings ist der dortige Moment der Ruhe nicht die Ausnahme der Regel, sondern nur eine weitere Drehung im Kreise und die nächste Verzögerung auf dem Weg zum Ziel.
Unabhängig davon und den beiden Männern, die dem Titel seinen Namen geben, ist der Rest der Szenerie mit anstrengenden Karikaturen bevölkert, die Stress und Eile erzögen, wo überhaupt keine ist. Entnervend vor allem der Reiseführer der Touristentruppe, der zwar so gar keine nötige Rolle innehat, als stetig eingeschnittener comic relief aber laufend am Schreien, Grimassieren und diverse mediale Persiflagen, ganz gerne witzig gedachte Anspielungen besonders auf TV Shows der Marke "American Idol" und anderer kultureller Nichtigkeiten, importiert oder nicht, zum Besten gibt. Ersatz durch etwaige Actionszenen, ein potentielle Möglichkeit, mit dessen Pfund im Trailer und so der Werbung und natürlich der 'Nachkommenschaft' von Jackie Chan plus des Vorhandenseins durch Choreograph und ehemaligen Anführer der Jackie Chan Stuntman Association, Nicky Li, durchaus gewuchert wird, gibt es ebenfalls nur in geringen Portionen und so eher nicht.
Wirklich zu empfehlen wäre da eventuell nur der Showdown im Verladehafen von Kaohsiung selber, der nach ziemlich viel Gehasche und Geplänkel wenigstens gen Ende hier und da seine kleineren Kampfeinsätze aus der Tasche holt. Alles wenige Weitere zuvor ist nicht wirklich der Rede wert, auch eine Rangelei auf und um einen fahrenden Bus wird rein als Gag gespielt und sieht (fälschlicherweise) in seiner Gesamtheit auch eher wie im Studio vor der Leinwand gedreht als wie tatsächlich auf den Strassen absolviert aus.