Weil sie nicht im Krämerladen ihres Vaters in der Normandie versauern will, bewirbt sich Rose Pamphyle (Déborah François) auf die Stelle als Sekretärin des Versicherungsvertreters Louis Èchard (Romain Duris) in der Kleinstadt Lisieux. Dieser stellt Rose ein, weil sie sehr schnell auf der
Schreibmaschine tippen kann...
Schon der bunte Vorspann könnte aus den späten 50er Jahren stammen. Von der ersten Minute durchweht Régis Roinsards hervorragend ausgestatteten Debütfilm der Geist dieser Zeit, damals hätten Rock Hudson und Doris Day die Hauptrollen gespielt. So flott, wie in den besten Komödien des kultigen Filmpaars erzählt Roinsard seine
Geschichte von der grauen Maus mit dem großen Traum: "Alle Mädchen wollen Sekretärin werden", wie Louis sagt. Diesen schnöseligen Chef spielt Romain Duris ("So ist Paris" 2008, "Ruhelos" 2009) und kämpft ein
wenig mit der eigentlich nicht besonders sympathischen Figur. Umso mehr gefällt Déborah François ("Der Mönch" 2011) in der Titelrolle als
selbstbewusstes Mädchen aus der Provinz, die optisch den deutschen Zuschauer stark an eine junge Lilo Pulver erinnert.
Wir sehen eine gut inszenierte klassische Filmkomödie, deren unvermeidbarer Konflikt allerdings so an den Haaren herbei gezogen ist, wie dessen Auflösung. Trotz der glücklicher Weise mittlerweile total veralteten Geschlechterrollen irgendwie sympathisch. Sicher auch ein Verdienst von Déborah François. (7/10)